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BLKÖ:Kaunitz, Wilhelm von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 11 (1864), ab Seite: 68. (Quelle)
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27. Wilhelm von K. lebte im 12. Jahrhunderte. Sohn Otto’s (I.), von dem die Genealogen das Geschlecht der K. in ununterbrochener Folge ableiten und der Gutta von Dürnholz, nach welcher die K. längere Zeit den Beinamen Dürnholz führten. Die berühmte Miroslawa [s. d. Nr. 17] und Otto (II.), den manche Chronisten sogar zum Herzog von Krakau (1187) machen, waren seine Geschwister. Wilhelm’s Auftreten fällt in eine ereignißreiche Zeit. Auf der Heerfahrt Barbarossa’s gegen Italien erwarb er sich durch seinen, bei der Unterwerfung Brescia’s und dem Uebergange über die Adda bewiesenen Heldenmuth den Ritterschlag. Wilhelm war Feldoberster des Herzogs Conrad von Znaim und nahm als solcher Theil an dem Kriege, den Sobieslaw von Böhmen mit Heinrich Jasomirgott von Oesterreich 1176 führte. Herzog Conrad stand zu Sobieslaw und sein Feldoberst Wilhelm von K. führte die Schaaren gegen den österreichischen Herzog Heinrich, welche weit und breit alles Land an der Donau verwüsteten. Heinrich Jasomirgott wollte durch Flucht sich retten, stürzte vom Pferde und erlag den Folgen des Beinbruches, den er bei diesem Sturze erlitten. Wilhelm verfiel in Folge dessen in der Kirche Fluch und Bann. Um diesen zu lösen, pilgerte er nach Rom, wo er den Bau jenes Klosters gelobte, dessen Aebtissin seine Schwester Miroslawa wurde. Auch in den späteren Kämpfen erscheint Wilhelm’s Name im Glorienscheine mythischer Tapferkeit, und was sonst noch die Panegyriker des Hauses Kaunitz diesem edlen Urahn andichten, soll hier nicht bemängelt, aber auch nicht wieder erzählt werden. Der Name von Wilhelm’s Frau ist unbekannt. Sein Sohn Hassek, geheimer Rath des Herzogs Bretislaus von Böhmen, hatte das Unglück, mit diesem 1196 gefangen zu werden und den größten Theil seiner Erbgüter zu verlieren.