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BLKÖ:Kaunitz, Dominik Andreas Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 11 (1864), ab Seite: 63. (Quelle)
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3. Dominik Andreas Graf K. (geb. 1655, gest. zu Wien 11. Jänner 1705). Sohn des Freiherrn, nachmaligen Grafen Leo Wilhelm aus dessen zweiter Ehe mit Maria Eleonora Gräfin Dietrichstein, die sich nach ihres Gatten Tode mit dem Grafen Oppersdorf vermälte. Dominik Andreas war Gesandter Oesterreichs am churfürstlich bayerischen Hofe und vermittelte die erfolgreiche Theilnahme Bayerns im Kriege gegen die Türken, wodurch die Macht der letzteren gebrochen wurde. Dominik Andreas vereitelte die Absichten Ludwig’s XIV., der Alles daran setzte, den Cardinal und Bischof von Straßburg, Franz Egon von Fürstenberg[WS 1], zum Erzbischof von Cöln zu machen. Im Jahre 1694 begab sich der Graf als Gesandter in die Generalstaaten, wo er zu Haag den Bund zwischen diesen und Oesterreich festigte. 1697 schloß er zwischen Frankreich und den Generalstaaten als kais. Gesandter den Frieden zu Ryswik und wurde im folgenden Jahre kais. Reichsvicekanzler und geheimer Conferenzminister. Mit kaiserl. Diplome vom 25. November 1682 wurden er und seine Nachkommen in den Reichsgrafenstand erhoben – denn sein Vater hatte nur den böhmischen Grafenstand erhalten – und am 15. October 1686 ward sein Geschlecht bei den niederösterreichischen Ständen den alten Herrenstandsgeschlechtern einverleibt. Auch war der Graf seit 1697 Ritter des goldenen Vließes. Er hat den ererbten Besitz von Austerlitz, Ungarisch-Brod, Groß-Orzechau und Mährisch-Pruß bedeutend vergrößert durch Ankauf der Güter: Krzizanau, Kadolecz und Neu-Orzechau (1686), Banow und Bistrzitz (1692), Biskupitz (1698), Kruh (1699) und der Herrschaft Strahnitz und errichtete mit kais. Erlaubniß (20. Mai 1702) von den ererbten vier Besitzungen in seinem Testamente vom 11. April 1704 ein Familien-Fideicommiß, welches nach dem Liechtenstein’schen und dem Dietrichstein’schen das bedeutendste in Mähren ist. Der Graf war seit 25. November 1675 mit Maria Eleonore Gräfin Sternberg vermält, welche ihm 8 Kinder: 4 Söhne und 4 Töchter [64] gebar [vergleiche die genealogische Tafel] von ersteren pflanzte Maximilian Ulrich Fortunat Joseph den Stamm fort. [Porträt. de Cock del. ad. viv., G. Edelinck sc. (gr. Fol.. 1697).] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Karl Egon von Fürstenberg.