Zum Inhalt springen

BLKÖ:Jakobs Ritter von Kantstein, Friedrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Jakobé
Band: 10 (1863), ab Seite: 56. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Friedrich Jakobs Ritter von Kantstein in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Jakobs Ritter von Kantstein, Friedrich|10|56|}}

Jakobs Ritter von Kantstein, Friedrich (General-Major, geb. zu Jaroslaw in Galizien 1811). Trat am 12. September 1829 im vormaligen Geniecorps ein, wurde am 9. September 1830 Unter-, am 1. December 1831 Oberlieutenant im Corps, kam als solcher [57] am 27. Februar 1836 zum General-Quartiermeisterstabe, wurde am 23. September 1838 Capitän bei Wernhardt-Infanterie Nr. 16, von wo er am 2. October 1840 als Hauptmann zum General-Quartiermeisterstabe zurückkam, in diesem am 20. September 1847 zum Major, am 21. Februar 1849 zum Oberstlieutenant vorrückte. Von da am 21. April 1850 in gleicher Eigenschaft zum Ottochaner Grenz-Regimente Nr. 2 übersetzt, wurde er noch am 6. Juli d. J. Oberst im Gradiscaner Grenz-Regimente Nr. 8 und am 16. November 1856 General-Major. Als solcher wurde er im August 1860 zum Landes-Commandanten von Tirol und Vorarlberg ernannt, in welchem Lande er schon früher bei der Aufnahme der Militärbeschreibung desselben lange Zeit thätig gewesen und sich durch diese Arbeiten, so wie durch viele Bereisungen genaue Detailkenntniß dieses strategisch höchst wichtigen Kronlandes erworben hatte. In den Jahren 1848 und 1849 that er sich bei mehreren Anlässen hervor und zwar am 6. October 1848 im Gefechte am Tabor nächst Wien und am 28. October beim Angriffe auf Wien selbst, er wurde dafür mit dem Militär-Verdienstkreuze ausgezeichnet. Im Feldzuge in Ungarn hatte er vielen Gefechten und Schlachten und zwar bei Pahrendorf (16. December 1848), bei Wieselburg (18. Dez.), der Schlacht bei Moor (30. Dec. d. J.), bei Teteny (3. Jänner 1849), der Schlacht bei Isazégh (6. April), bei Neusatz (12. Juni), bei O'Becse (25. Juni) und der Schlacht bei Hegyés (14. Juli d. J.), damals als Major und Oberstlieutenant des General-Quartiermeisterstabes beigewohnt und stets solche Beweise von Muth, Entschlossenheit und Geistesgegenwart gegeben, daß er in Anerkennung seiner Leistungen mit Allerh. Entschließung vom 29. September 1849 das Ritterkreuz des Leopold-Ordens erhielt, welchem 1857 statutenmäßig die Erhebung in den erblichen Ritterstand folgte. J. zählt zu den ausgezeichnetsten, durch wissenschaftliche Bildung hervorragenden Genie-Officieren der kais. Armee; auch ist er bereits 1850 von Rußland mit dem Wladimir-Orden 3. Classe mit den Schwertern und von Parma 1851 mit dem Constantinischen St. Georgs-Orden decorirt worden.

Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) 1860, Nr. 95. – Ritterstands-Diplom vom 10. Juni 1857. Schon der Vater des Verstorbenen war im Jahre 1817 in den erbländischen Adelstand mit dem Prädicate Edler von Kanstein erhoben worden. Bei der Erhebung in den Ritterstand fand jedoch die Aenderung des Prädicates Kanstein in Kantstein Statt. – Wappen. Ein durch einen aufrechten eingebogenen Spikel dreigetheilter Schild. Rechts im goldenen Felde ein schwarzer Adler mit ausgeschlagener rother Zunge; links im rothen Felde ein zunehmender silberner, nach innen zugekehrter Halbmond; im blauen Spikel ein rechtwärts schreitender goldener Hahn mit rother Zunge. Auf dem Schilde ruhen zwei gekrönte Turnierhelme. Die Krone des rechten trägt zwei aufwärts verschränkte Schwerter mit goldenen Griffen; aus jener des linken Helms erheben sich drei Straußenfedern: eine rothe zwischen zwei silbernen. Helmdecken rechts schwarz mit Gold, links roth mit Silber unterlegt.