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BLKÖ:Jabłonowski, Johann Stanislaus

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 4. (Quelle)
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2. Johann Stanislaus (geb. 1669, gest. im Juni 1731), der Vater des Vorigen, war seit 1694 Wojwode von Volhynien und empfing an der Spitze einer glänzenden Gesandtschaft bei Tarnowicz den neu erwählten König August II. Im Jahre 1713 wurde er wegen einer Verschwörung gegen den König August in Wien gefangen gesetzt und erst nach vier Jahren freigegeben. Er war zuletzt Wojwode von Reußen. Ein Freund der Wissenschaft, gab er mehreres im Drucke heraus: „Zabawa chrzesciańska albo żywot zbawienny Jezusa Chrystusa troistemi Epigrammatomi wyraźony“, d. i. Christliche Beschäftigung oder des Herrn Leben und Leiden (Lemberg 1700); dieses Lehrgedicht in polnischer Sprache hat der Jesuit Perkowicz herausgegeben; – „Historya o obrazie Naysw. Panny Sokalskiey“, d. i. Geschichte von dem Bildnisse U. L. F. von Sokal (Lemberg 1721); – „Nowy Ezop polski czyli życie Ezopa i sto oka bajek wybrauych z róznych autorów, niektórich tez samego autora iuwencyi“, d. i. Der neue polnische Aesop oder Aesop’s Leben und hundert Schock Fabeln aus den besten Autoren ausgewählt, mehrere darunter auch von eigener Erfindung (Leipzig 1731, neue Auflage 1767, 8°.); – „Telemak przełożony naprzód wierszem“, [5] d. i. Telemach, zuerst in Versen übersetzt (Sandomir 1726, Fol.), polnische Uebersetzung in Versen, während seiner Gefangenschaft in Wien ausgeführt. Załuski in seinem „Programma litterarium“ und Fel. Bentkowski zählen noch mehrere Schriften J.’s auf, darunter die interessante „Skrupuł bez skrupułu“, d. i. Skrupeln ohne Skrupel (o. O. [Lemberg] 1730, 4°.), worin der Fürst – den Załuski und Niesiecki als Verfasser dieser Schrift bezeichnen – mit großem Freimuthe gegen die Ungebührlichkeiten seiner Nation auftritt. Das Büchlein, welches der Fürst später selbst unterdrückt haben soll, ist eine bibliographische Seltenheit. [Bentkowski (Felix), Historya literatury polskiey (Warschau und Wilna 1814, 8°.) Bd. I, S. 399, 421, 464, und Juszyński (Hier.). l. c. Bd. I, S. 141.] –