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BLKÖ:Insom, auch Insam (Bildhauer)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Inkey von Palin, Karl
Band: 10 (1863), ab Seite: 209. (Quelle)
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Insom, auch Insam, .... (Bildhauer, geb. zu Casez, einem kleinen Dorfe am Nonsberg in Tirol 1776, Todesjahr unbekannt). Sein Vater schon war Bildschnitzer, der mit besonderem Geschick, ohne jedoch je einen Unterricht erhalten zu haben, in Holz und Stein arbeitete. Im Alter von 14 Jahren verfertigte der Sohn Heiligenbilder und Tabernakel. Ein Landsmann von ihm, der berühmte Arzt und Anatom Felix Fontana [Bd. IV, S. 281], würdigte das Talent des geschickten[WS 1] Holzschnitzers und warb ihn für seine Dienste. Er sollte nämlich seine anatomischen Wachspräparate in Holz schneiden. I. nahm den Antrag an, folgte 1798 Fontana nach Florenz, wo er an der Ausführung der berühmten anatomischen und Präparaten-Sammlung, welche unter Fontana zu Stande kam, nicht geringen Antheil hatte. In Florenz bildete sich I. durch Besuch der dortigen Zeichnungsschule immer mehr in der Kunst aus. Nachdem Fontana 1805 gestorben war, eröffnete I. eine eigene Werkstätte und verfertigte viele Arbeiten in Alabaster ohne jedoch als Künstler viel gekannt und gewürdigt worden zu sein. Da kaufte er von der Eigenthümerin eines Hauses in Florenz eine im Haushofe liegende, stark beschädigte Marmorstatue, das Gegenstück zu der berühmten, von Johann Bologna gearbeiteten Gruppe, der „Raub der Sabinerinnen“. I. ging nun an die Restauration des Torso, vollendete dieselbe in mehreren Monaten, und erntete mit der in wahrer Meisterschaft ausgeführten Arbeit allgemeine Bewunderung, und sein Kunstberuf war begründet. Nun häuften sich die Bestellungen von allen Seiten, selbst aus der fernen Fremde, aus England und Frankreich; vornehmlich waren es Copien berühmter [210] Meisterwerke, welche I. in Alabaster oder in carrarischem Marmor ausführte. Von seinen Werken eigener Erfindung sind zwei schöne Statuen im sogenannten Bagno di Napoleone in Florenz bekannt. I. zählt zu den wenigen vom Geschicke begünstigten Künstlern, welche sich durch ihre Kunst einen traulichen Hausstand begründet haben. Er erbaute sich ein schönes Atelier in der Straße della Scala, heirathete, kaufte ein kleines Landhaus und lebte vielbeschäftigt glücklich im Kreise seiner Familie. Leider reichen die Daten über I., selbst in den neuesten Werken, wie in Müller’s, von Klunzinger fortgesetztem „Die Künstler aller Zeiten und Völker“, nicht über das Jahr 1827 hinaus.

Tiroler Bote (polit. Amtsblatt) 1827, Nr. 103. – Tirolisches Künstler-Lexikon oder kurze Lebensbeschreibung jener Künstler, welche geborne Tiroler waren ... (Innsbruck 1830, Fel. Rauch, 8°.) S. 104. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VI, S. 104.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: geschikten.