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BLKÖ:Ilg, J. Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 189. (Quelle)
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Ilg, J. Georg (Anatom und Fachschriftsteller, geb. zu Hütteldorf nächst Wien 1771, gest. zu Prag 22. Februar 1836). Trat, 17 Jahre alt, 1788 als Unterarzt in die kaiserliche Armee, wurde Oberarzt und 1804 Prosector und Lehrer der akademischen Zöglinge an der k. k. Josephsakademie in Wien, als welcher er sich bald ausgezeichnete Verdienste erwarb. Im Jahre 1807 erhielt er die medicinische Doctorwürde, kam 1809 als öffentlich lehrender Prosector an die Prager Hochschule und wurde schon im folgenden Jahre öffentlicher Professor der Anatomie daselbst. Auf diesem Posten entfaltete I. länger als durch zwei Jahrzehende eine höchst ersprießliche Thätigkeit, vornehmlich, indem er aus eigenem Antriebe reiche Sammlungen anatomischer Präparate anlegte, womit er dann mehrere Institute des Kaiserstaates betheilte. So erhielt durch ihn die Prager Hochschule eine Sammlung von 1114 zootomischen und anthropotomischen Präparaten, darunter 200 Skelete von kleineren und größeren Säugethieren, welche eine Zierde des anatomischen[WS 1] Saales in Prag bilden. Die Josephinische Akademie und die Universität in Wien wurden, erstere mit vortrefflichen Präparaten des menschlichen Gehörorganes[1], letztere mit 138 Skeleten von Säugethieren, Vögeln und Reptilien, und 207 Präparaten verschiedener Körpertheile von ihm beschenkt. Ferner vollendete er 5 instructive Sammlungen von [190] Säugethierzähnen, deren je eines die Wiener Josephinische Akademie und Universität, das Naturaliencabinet der Prager Universität, das böhmische Museum und das anatomische Institut zu Prag erhielten. Um dieses letztere hatte sich I. überdieß durch den Entwurf eines entsprechenden Planes und Leitung des Baues verdient gemacht. Auch auf literarischem Gebiete war Ilg thätig, und von ihm sind folgende Schriften im Drucke erschienen: „Grundlinien der Zergliederungskunde des Menschenkörpers“. 2 Bände (Prag 1811, Widtmann, gr. 8°.); – „Einige anatomische Beobachtungen, enthaltend eine Berichtigung der zeitherigen Lehre vom Bau der Schnecke des menschlichen Gehörorganes nebst einer anatomischen Beschreibung und Abbildung eines durch ausserordentlichen Knochenwuchs sehr merkwürdigen menschlichen Schädels“ (ebd. 1822, gr. 4°., mit 3 lith. Taf.); – „Anatomische Monographie der Sehnenrollen zur Berichtigung der zeitherigen Lehre vom Baue der Gelenke der Finger und Zehenglieder eines Menschen“. 2 Abschnitte (ebd. 1823 und 1824, gr. 4°., mit 5 lith. Tafeln); – „Sammlung aller bestehenden Vorschriften in Bezug auf Disciplin, Unterricht, Prüfungen und Promotion der auf der Universität zu Prag studirenden Aerzte, Pharmazeuten, Geburtshelfer und Hebammen“ (Prag 1829, Haase, gr. 8°.). Im Jahre 1833 trat I. in den Ruhestand, den er nur wenige Jahre genossen hatte, als er bereits 1836 im Alter von 65 Jahren starb.

Erneuerte vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat (Wien, 4°.) Jahrgang 1815, S. 490: „Thier-Skeletten-Sammlung des Dr. Ilg“. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. VI, S. 198.

  1. Freilich jetzt durch Hyrtl’s Leistungen [Bd. IX, S. 464] weit überboten.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: anotomischen.