Zum Inhalt springen

BLKÖ:Humbracht, Alexander August Christian Freiherr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Huhndorf, Ulrich
Band: 9 (1863), ab Seite: 417. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Alexander August Christian von Humbracht in Wikidata
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Humbracht, Alexander August Christian Freiherr|9|417|}}

Humbracht, Alexander August Christian Freiherr (Oberst und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Arolsen im Waldeck’schen 1727, gest. zu Hermannstadt 27. Februar 1774). Trat, 17 Jahre alt, in das Infanterie-Regiment Nr. 25, damals Piccolomini. Schon bei Kesselsdorf, Rocour, Laffeld und bei der Belagerung von Bergen op Zoom hatte er Beweise seines Muthes gegeben. Nach dem Aachener Frieden war er Grenadier-Hauptmann. Erneuerte Beweise seines Muthes gab er im siebenjährigen Kriege. In der Schlacht bei Breslau (22. November 1757) eroberte er im persönlichen Kampfe eine Fahne. In der Schlacht bei Leuthen (5. December d. J.) stand das Regiment Humbracht’s auf dem linken Flügel, den eben der Feind mit ganzer Stärke angriff. Nachdem sich das Regiment bereits längere Zeit standhaft gehalten hatte, gerieth es, von dem stark überlegenen Feinde hart bedrängt, in Unordnung und in Gefahr aufgerieben zu werden. In diesem verhängnißvollen Augenblicke munterte H. seine Grenadiere auf, muthig Stand zu halten. Durch das Beispiel ihres Führers ermuthigt, leisteten sie entschiedenen Widerstand und hielten durch ihr wohl unterhaltenes Feuer die feindliche Reiterei so lange auf, bis das Regiment sich wieder formirt hatte und geordnet den Rückzug antreten konnte. Bei Hochkirch (13./14. October 1758) stand H. mit seiner Compagnie in einem jener Bataillone, welche den ersten Angriff unternehmen sollten. In der festgesetzten Zeit stellte er sich an die Spitze der Colonne, erstieg der Erste die Anhöhe, ordnete rasch die ihm folgende Mannschaft und führte sie mit größter Entschlossenheit gegen den Feind. H. war auf diese Art in der Armee ebenso durch seine Tapferkeit, als durch die zahlreichen Wunden, die er erhalten hatte, bekannt geworden. In der fünften Promotion (23. Jänner 1760) wurde H. mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Später focht er noch bei Meissen, Torgau, und von Stufe zu Stufe steigend, wurde er am 1. August 1770 Oberst im Infanterie-Regimente Nr. 49. Aber schon wenige Jahre später erlag er zu Hermannstadt, wo sein Regiment stationirt war, im Alter von 47 Jahren den durch seine vielen Verwundungen veranlaßten Leiden. Bereits im Jahre 1765 [418] war er in den Freiherrnstand erhoben worden.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Hof- und Staatsdruckerei, 4°.) S. 93, 1729. – Oesterreichisches Militär-Conversations-Lexikon (Wien 1850, gr. 8°.) Bd. III, S. 285. – Freiherrnstands-Diplom vom Jahre 1765. –