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BLKÖ:Horák von Milešovka, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Horak, Johann
Band: 9 (1863), ab Seite: 264. (Quelle)
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Ein Johann Horak von Milešovka, auch der Hasenberger genannt, weil er in einem nächst dem Schlosse Hasenburg, im Leitmeritzer Kreise Böhmens gelegenen Dorfe geboren war, und als Johann Hasenberg in Jöcher’s „Gelehrten-Lexikon“, Bd. II, S. 1395 aufgeführt, spielt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, zu dessen Anfang er geboren ward, eine Rolle. Rybička, der seine ausführliche Biographie schrieb, berichtigt anläßlich derselben einen Irrthum des berühmten Slavisten Jungmann, welchem zufolge ein Johann Baron von Hasenburg Lehrer der Kinder des Kaisers Ferdinand I. gewesen wäre, indem Rybička nachweist, daß nicht ein Baron Hasenburg, sondern der obige Johann Horak, genannt der Hasenberger, es gewesen, dem der Unterricht der Erzherzoge und Erzherzoginen anvertraut gewesen. Horak hatte 1520 in Leipzig die Philosophie und dann die Theologie studirt. Mit Johann Cochleus, Johann Miricianus und Andreas Delicianus schrieb er gegen Luther in nicht eben feiner Weise, und gab im Jahre 1530 das schon durch seinen Titel gezeichnete satyrische Gedicht: „Ludus ludentem Luderum ludens, quo Joh. Hasenberg Bohemus, in bachanalibus Lipsiae omnes ludificantem ludionem ludendum exhibuit“ heraus. Später kehrte H. in sein Vaterland zurück, wo sein Glaubenseifer sehr gewürdigt und er folgeweise zum Domherrn von Breslau, Prag, Olmütz und endlich zum Dechant von Leitmeritz 1541 ernannt wurde. Auch berief ihn Kaiser Ferdinand I. zum Erzieher seiner Kinder, als welcher er zu Prag, Wien, Innsbruck und Gratz, wo sich eben der Hof aufhielt, lebte. Ferner wurde er vielfach zu politischen Sendungen in Ungarn, Deutschland und 1544 in Belgien verwendet; in letzterem Lande der Königin Maria, Schwester Karl’s V. und Ferdinand’s, als Rath beigegeben. Dem Concil von Trient 1545 hat H. beigewohnt. Als Bernard Zoubek, Bischof von Olmütz, 1541 starb, waren Johann Horak und Johann Dubravius die zwei Bewerber um diesen Bischofstuhl; und als die Wahl des Capitels auf Letzteren fiel, wurde Horak sein Coadjutor. Bei den darauf folgenden Religionsstreitigkeiten war H. ein Hauptrathgeber des Kaisers, den er auf die Reichs- und Landtage begleitete. Horak’s Wahl zum Erzbischofe von Prag, welche der Kaiser unter allen Umständen durchsetzen wollte, fand unbesiegbaren Widerstand. Horak starb am 26. April 1551. [Blahovest (Prager kirchliches Blatt in czechischer Sprache), Rocnik II (1856), Sess. 2, S. 101: „Jan Horák z Milešovsky. Nastim životopisný. Podává Antonin Rybička“.]