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BLKÖ:Hohenlohe-Kirchberg, Friedrich Wilhelm Prinz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 9 (1863), ab Seite: 196. (Quelle)
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Hohenlohe-Kirchberg, Friedrich Wilhelm Prinz (k. k. Feldzeugmeister und Großkreuz des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Kirchberg im Hohenlohe’schen 3. December 1732, gest. 10. August 1796). Sohn des 1764 gefürsteten Karl August Grafen von Hohenlohe (gest. 1767). Trat 18 Jahre alt in das kais. Infanterie-Regiment Alt-Wolfenbüttel, wohnte als Grenadier-Hauptmann der Schlacht bei Leuthen (5. December 1757) bei, wo er durch eine Kartätschenkugel eine bedeutende Wunde an der rechten Hand erhielt. Als hierauf am 18. December Breslau von den Preußen eingenommen wurde, gerieth der Prinz in Gefangenschaft, wurde im August 1758 ausgewechselt und kehrte als Major in’s Regiment zurück. Als Oberstlieutenant kämpfte er bei Landshut (1760), erstürmte zwei Hauptredouten, wurde am rechten Arm verwundet, setzte ungeachtet dessen den Sturm auf die dritte Redoute fort, bis ihn eine neue Wunde im linken Arm kampfunfähig machte. Für die an diesem Tage bewiesene Bravour erhielt er in der 6. Promotion (22. December 1761) das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Im Jahre 1773 wurde der Prinz zum General-Major ernannt und focht als solcher in den Jahren 1778 und 1779 im Türkenkriege in der Armee des Feldmarschalls Loudon. Im Jahre 1783 rückte er zum Feldmarschall-Lieutenant vor. Im Türkenkriege that er sich bei mehreren Anlässen hervor. Nachdem der Feldzeugmeister Fabri 1789 gestorben war, erhielt der zum Feldzeugmeister ernannte Prinz das Generalcommando in Siebenbürgen und setzte nun den Türken energischen Widerstand entgegen, vereitelte im g. J. alle ihre Angriffe auf die wichtigen Pässe Siebenbürgens, wobei die Türken Tausende ihrer Leute verloren und oft das Geschütz einbüßten. Bei Porcseny und Vajdeny aber lieferte er (14. August 1789) dem bis dahin für unüberwindlich gehaltenen Pascha Kara Mustapha ein Treffen, in welchem 2000 Türken auf dem Platze blieben und ihr ganzes Lager mit Munition und Lebensmitteln, nebst 6 Kanonen und 30 Fahnen Beute der Unseren wurden. In der 17. Promotion (9. October 1789) wurde H. für diese Waffenthat mit dem Commandeurkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Bald darauf wurde er commandirender General in Böhmen. Seiner weiteren militärischen Thätigkeit ging noch im Jahre 1792 eine Sendung nach Potsdam voraus, deren Zweck war, mit dem preußischen Hofe und dem Herzoge von Braunschweig den Plan des bevorstehenden Feldzuges gegen Frankreich zu besprechen. Der Prinz erhielt in diesem Feldzuge ein besonderes Armeecorps, mit dem er gegen Landau vorrückte [197] und dann sich mit der von dem Herzoge von Braunschweig befehligten Hauptarmee vereinigte. Bei Trier und Pellingen, obgleich in einer sehr ungünstigen Stellung und einem weit überlegenen Feinde gegenüber, errang er doch große Vortheile, indem er, November und December 1792, durch geschickte Bewegungen die Absichten des französischen Generals Bournonville vereitelte, ihn mit großem Verluste zurückschlug und dadurch den niederrheinischen Kreis von den Franzosen befreite. Für die dadurch gewonnenen Erfolge wurde der Prinz in der 25. Promotion (vom 31. December 1792) mit dem Großkreuze des Maria Theresien-Ordens belohnt. Im März des folgenden Jahres drang er in das Limburg’sche vor. In der bald darauf gefolgten Schlacht von Famars gab er neue glänzende Beweise seines Feldherrntalentes und Soldatenmuthes. In den letzten Monaten des Jahres 1793 war er General-Quartiermeister der Armee des Prinzen Coburg in den Niederlanden, entwarf den Plan zur Schlacht bei Avesne le Sec, welche siegreich ausfiel. Später in der Armee des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen, ging er mit seinem Corps über den Rhein, drängte überall den Feind zurück und nahm die Stadt Speyer (17. September 1794). Aber seine durch viele Wunden geschwächte Gesundheit nöthigte ihn den Kriegsschauplatz zu verlassen und in den Ruhestand zu treten. Nachdem er sich aber wieder erholt, bot er 1796 neuerdings dem Kaiser seine Dienste an. Das ihm übertragene Commando jedoch anzunehmen hinderte ihn der Tod, der ihn, nach kurzer Krankheit, im Alter von 64 Jahren dahin gerafft. Man rühmt ihm nach, daß er ein geschickter Manövrirmeister war, seine Dispositionen mit Scharfsinn anlegte und seltener Entschlossenheit ausführte, nichts dem Zufalle überließ und nie seine Fassung verlor. Aehnlichkeit der Gesinnungen und Absichten knüpfte den innigen Freundschaftsbund zwischen ihm und Loudon.

Baur (Samuel), Gallerie historischer Gemälde aus dem achtzehnten Jahrhunderte (Hof 1805, G. A. Grau, 8°.) Theil IV, S. 359, [Baur nennt ihn Friedrich Leopold.] – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon (Wien 1850, gr. 8°.) Bd. III, S. 246. – Leidenfrost (Karl Florentin Dr.), Historisch-biographisches Handwörterbuch (Ilmenau 1825, B. F. Voigt, 8°.) Bd. III, S. 114. – Reilly (Franz Joh. Jos. v.), Skizzirte Biographien der berühmtesten Feldherren Oesterreichs von Maximilian I. bis auf Franz II. (Wien 1813, 4°.) S. 395. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8°.) S. 137, 250, 354, 1729, 1732, 1735. – Thaten und Charakterzüge berühmter österreichischer Feldherren (Wien 1808, Degen, 8°.) Bd. II, S. 59 [nach diesem gest. 1800]. – Szöllösy (Joh. Nep. v.), Tagebuch gefeyerter Helden (Fünfkirchen in Ungarn 1837, bischöfl. Lyc. Druckerei, 8°.) S. 123 [nach diesem geb. 18. Februar 1732]. – Porträte. 1) J. Kreuzinger del. 1791, J. Adam sc. 1793, 8°.); – 2) Füger p., J. Jacobé sc. 1794 (Fol., Schwzk.).