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BLKÖ:Hoffinger, Johann Michael

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 480. (Quelle)
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Schon Hoffinger’s Vater, Großvater und Urgroßvater haben sich als Männer der Wissenschaft durch ihre Leistungen oder sonst durch humanistisches Wirken in mannigfacher Weise denkwürdig gemacht.

1. Hoffinger’s Urgroßvater Johann Michael H. (geb. zu Wien 29. September 1723, gest. in Siebenbürgen 31. Juli 1756) ist der Sohn eines vermögenden Wiener Bürgers, der, nachdem er im Jahre 1740 in Wien Magister der Philosophie geworden, sich dann dem Studium der Chirurgie widmete und als Feldarzt im Reiter-Regimente Preysingen von 1743 an den österreichischen Erbfolgekrieg, und zwar den Rhein- und den preußischen Feldzug, in diesem insbesondere die Schlachten von Friedberg und Soor mitmachte. Nach hergestelltem Frieden nahm er seine Studien wieder auf, besuchte die Collegien der ersten Naturforscher und Mediciner nach einander auf den Universitäten zu Straßburg, Paris, Halle und endlich Wien, wo er der Lieblingsschüler Gerhard van Swieten’s wurde. Nachdem Hoffinger im Jahre 1752 die medicinische Doctorwürde erlangt, aus diesem Anlaß die Dissertation „De doloribus parturientium“ (Viennae 1752, 4°.) herausgegeben, wurde er im Jahre 1753 über van Swieten’s Antrag zum k. k. Cameral-Physicus und n. ö. Professor der Geburtshilfe in Hermannstadt ernannt. In Siebenbürgen richtete er 1755 den Pestcordon ein, wurde aber schon im folgenden Jahre – erst 33 Jahre alt – selbst ein Opfer dieser fürchterlichen Krankheit, da er aus freiem Antriebe nach Kronstadt geeilt war, um das dortige kleine ärztliche Cordonspersonale anzueifern und zu unterstützen. Wie aus seinen Briefen und Aufzeichnungen, die sich im Besitze der Familie befinden, hervorgeht, hat er für die Leopoldinisch-Karolinische Akademie, deren Mitglied er unter dem Namen Philomusus III. war und für van Swieten mehrere naturwissenschaftliche Abhandlungen geschrieben, deren Manuscripte aber in Kronstadt während der durch die Pest verursachten dortigen Unordnung zu Grunde gingen. Aus [481] seiner 1754 mit Johanna, der Tochter des Reichsritters von Füllenbaum, geschlossenen Ehe stammt ein Sohn Johann Georg H. [s. d. Folgenden]. –