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BLKÖ:Heß, Johann Michael

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 424. (Quelle)
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Heß, Johann Michael (Historienmaler und Professor der Zeichnenkunst an der k. k. Ingenieur-Akademie in Wien, geb. zu Erlau in Ungarn 18. September 1768, gest. um das Jahr 1830). Zeigte früh Talent für die bildende Kunst und 15 Jahre alt, malte er in Oel und in Fresco. Im Alter von 21 Jahren, 1789, besuchte er die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo ihm Professor Maurer größere Aufmerksamkeit widmete. 1794 gewann er den ersten Preis mit dem Bilde: „Priamus bittet den Achilles um Hektor’s Leichnam“, welches sich noch in der akademischen Sammlung befindet. Im Jahre 1794 erhielt er die Professur der freien Handzeichnung an der Ingenieur-Akademie. In seinen Mußestunden beschäftigte er sich mit der Geschichtsmalerei. Der größte Theil seiner Arbeiten, vornehmlich große Altarbilder, gelangte in sein Vaterland Ungarn. Von seinen Bildern sind bekannt: „Der H. Stephan, König von Ungarn“, „Die Himmelfahrt Mariä“, „H. Johannes der Täufer“ und „H. Johann von Nepomuk“, alle vier für die bischöfliche Seminarkirche in Erlau; – „Christi Auferstehung“, „Mariä Geburt“, „Der Heiland am Kreuze“, „Mariä Himmelfahrt“ und „Der H. Nikolaus“, alle fünf Altarblätter von verschiedener Größe für die Gruft und Todtencapelle des Grafen Franz Széchényi; – „Der Martertod am Kreuze des Apostels Andreas“, für Julie Gräfin Széchényi-Festetics; – [425] „Maria, die Schutzpatronin von Ungarn“, für den Grafen Keglevich; – „Der H. Caspar Bonus“ und „Der H. Nikolaus von Longobardis“, beide Altarblätter in der 1817–1820 sehr verschönerten Pfarrkirche zu den h. Schutzengeln auf der Wieden in Wien; – „Christus am Kreuze mit Maria, Johannes und Magdalena“, in der Pfarrkirche zum h. Kreuz auf der Laimgrube in Wien; – „Die Taufe des H. Stephan“, Hochaltarbild im erzbischöflichen Dome zu Gran. Dieses Bild mit 8 Fuß hohen Figuren ist mit bewunderungswürdigem Fleiße gemalt und ungeachtet der, die natürliche Größe weit überschreitenden Dimensionen in Gruppirung, Ausdruck der Personen, Gewandung und übrigem Beiwerke vortrefflich. Auch sind die vier Seitenaltargemälde zu Szamos-Ujvar in Siebenbürgen von seiner Hand, gehören jedoch zu seinen Erstlingsarbeiten. Mehrere Werke seines Pinsels befinden sich im Besitze von Privaten. Heß hat auch mehrere Blätter geätzt.

Hormayr’s Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien, 4°.) Jahrg. 1824, Nr. 35 und 36. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VII, S. 147. – Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1836, Friedr. Beck, 8°.) S. 20, 56, 277, 365. –