Zum Inhalt springen

BLKÖ:Harrach, Johann Joseph Philipp

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 7 (1861), ab Seite: 381. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Johann Philipp Harrach in der Wikipedia
Johann Philipp Harrach in Wikidata
GND-Eintrag: 120740249, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Harrach, Johann Joseph Philipp|7|381|}}

Harrach, Johann Joseph Philipp (Feldmarschall und Hofkriegsraths-Präsident, geb. 22. October 1678, gest. zu Wien 8. August 1764). Ist der Sohn des Grafen Ferdinand Bonaventura (I.) [siehe: Hervorrag. Glieder der Grafen Harrach, S. 373, Nr. 6] aus dessen Ehe mit Johanna Theresia Gräfin von Lamberg; ein Bruder des Salzburger Erzbischofs Franz Anton [s. d. S. 374, Nr. 11] und des Grafen Alois Thomas Raymond [s. d. S. 371, Nr. 2][WS 1]. War, erst 23 Jahre alt, bereits Oberstlieutenant im Infanterie-Regimente Nr. 47; focht mit Tapferkeit in den Kriegen in Italien zu Anfang des 18. Jahrhunderts und zeichnete sich bei Calcinato (1706), später in der Schlacht bei Turin aus, wo ihm zwei Pferde unter dem Leibe erschossen wurden. Im Jahre 1707 machte der Graf den Zug nach Toulon mit, wurde 1708 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert, und focht dann am Rhein, bis der Rastätter Frieden dem Kriege ein Ende machte. Beim Ausbruche des Türkenkrieges kam H. zur Armee des Prinzen Eugen und befehligte vor Peterwardein (5. August 1716) das zweite Treffen, vor Temesvár (1. bis 12. October 1716) den linken Flügel, vor Belgrad (16. August 1717) im ersten Treffen. 1723 wurde H. zum Feldmarschall und 1739 zum Hofkriegsraths-Präsidenten ernannt, welch’ letzterer Stelle er durch 23 Jahre vorstand. Seit dem Jahre 1704 bis an seinen Tod 1764, also durch 60 Jahre, war er Inhaber des Infanterie-Regiments Nr. 47. H. starb im hohen Alter von 86 Jahren, nachdem er bis an seinen Tod seinem Kaiser und dem Staate gedient hatte.

Oesterr. Militär-Konversations-Lexikon, herausg. von Hirtenfeld (Wien 1850 u. f., gr. 8°.) Bd. III, S. 64. [Daselbst erscheint er irrig als Sohn eines Lambert Franz Grafen Harrach, der 1696 gestorben war. Auch ist daselbst die Mittheilung, daß er für seine militärischen Verdienste 1706 in den Grafenstand erhoben wurde, ganz irrig, denn die böhmischen Harrach sind mit Diplom vom 9. August 1709, die österreichischen aber bereits mit Diplom vom 6. November 1627 zu Grafen ernannt worden. Johann Joseph Philipp ist aber ein Sproß der österreichischen, von Otto Friedrich abstammenden jüngeren österreichischen Linie und seit seiner Geburt, seit 1678, und nicht erst seit 1706, Graf.] – Arneth (Alfred), Prinz Eugen von Savoyen. Nach den handschriftlichen Quellen der kaiserlichen Archive (Wien 1858, Zamarski, gr. 8°.) Bd. I, S. 361, 362, 384; Bd. II, S. 298, 396, 424, 434; Bd. III, S. 101, 402, 427.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: [s. d. S. 371, Nr. 1].