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BLKÖ:Harrach, Ernst Albrecht Graf von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 7 (1861), ab Seite: 372. (Quelle)
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5. Ernst Albrecht Graf von (Erzbischof von Prag, geb. 4. November 1598, gest. 25. October 1667). Aeltester Sohn des Grafen Karl (I.) aus dessen Ehe mit Maria Elisabeth Freiin von Schrattenbach; bildete sich im deutschen Collegium zu Rom für den geistlichen Stand; wurde zuerst Domherr zu Trient und 1625, [373] erst 27 Jahre alt, Erzbischof von Prag. Am 9. April 1626 ernannte ihn Papst Urban VIII. zum Cardinal und setzte ihm selbst mit den Worten: In Ernesto Principe urbanissimo coronamus ipsam urbanitatem den Cardinalshut auf. 1637 war er außerordentlicher Botschafter am päpstlichen Hofe; als 1648 die Schweden Prag überfielen, wurde er gefangen, aber dann gegen 15.000 Thaler freigelassen Nach der Resignation des Erzherzogs Sigismund Franz von dem Bisthume Trient 1665 wurde Ernst Albrecht auch Fürstbischof von Trient. Er hat drei Conclaven zur Wahl der Päpste Innocenz X., Alexander VII. und Clemens IX. beigewohnt; drei Könige und zwei Königinen von Böhmen, Ferdinand III., den IV., Leopold I., Eleonora und Maria, gekrönt; und während 42 Jahren seiner erzbischöflichen Würde 609 Kirchen und 10.000 Priester geweiht. Er war ein großer Wohlthäter der Armen, so daß ein lateinischer Poet seiner Zeit an ihn das lateinische Distichon dichtete:

Pauper ubique jacet; sed ad atria grandia Magni
Praesulis Ernesti pauper ubique sedet
.

Täglich wurde eine ansehnliche Zahl derselben in seinem Palaste an mehreren Tischen gespeist. Ernst Albrecht trat auch energisch auf, als die Gesellschaft Jesu zur Behauptung ihres gewaltigen Einflusses auf die Karolinische Akademie in Prag alle Mittel in Bewegung setzte; er wird auch für den Autor der Schrift: „Judicium censurae Bullae a PP. Societatis Jesu Caesari oblatae“, welche Caspar Scioppius seinen „Arcana Societatis Jesu“ einverleibt, gehalten, welche Ansicht jedoch der Jesuit Alphons Haylenbrouq in seinen: „Vindicationes alterae adversus famosos libellos“ zu widerlegen sucht. [Todtfeller (Christoph), Oratio in exequiis Cardinalis E. comitis ab Harrach (Prag 1667, Fol.). – Blahovest (Prager Blatt) 1856 (I. Jahrg.) Bd. I, S. 266. – Tomek (Wenzel Wladiwoy), Geschichte der Prager Universität (Prag 1849, Haase Söhne, 8°.) S. 255 u. 257–277. – Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1730, Thom. Fritschens Erben, Fol.) Bd. Il, S. 786 [nach diesem geb. zu Wien 25. Oct. 1598, gest. 15. Oct. 1667]. – Wißgrill (Franz Karl), Schauplatz u. s. w., Bd. IV, S. 158. – Jöcher (Christian Gottl.), Allgemeines Gelehrten-Lexikon (Leipzig 1750, Gleditsch, 4°.) Bd. II, S. 1375 [nach diesem geb. 25. October 1598 und gest. 24. October 1667.] –