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BLKÖ:Haager, die Familie, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Haager, Eberhard
Band: 6 (1860), ab Seite: 91. (Quelle)
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I. Genealogie der Familie Haager. Die Haager erscheinen unter verschiedener Schreibart bald als Hager von Alensteig, dann von Alentsteig; hier wird die allgemein übliche Haager von Altensteig angenommen und festgehalten. Die Familienüberlieferungen, durch geschichtliche Forschungen der Wahrscheinlichkeit nahe gebracht, bezeichnen einen Haager als Mörder oder doch als Theilnehmer [92] an dem 1248 an Herzog Otto II. von Meran begangenen Morde. Diesen Eberhard Haager (siehe unten: II. Ausgezeichnete Glieder der Familie Haager, Nr. 1) hält die Familie für ihren Stammvater; urkundlich erscheint schon 1262 ein Otto Hager als Besitzer eines Gutes zu Offtering; eine genealogische Folge der einzelnen Familienglieder ist jedoch erst seit der Mitte des 14. Jahrhunderts nachweisbar. Veit Haager (1357) hatte aus seiner Ehe mit Christina Ennenkl 5 Söhne: Pankraz, Stephan, Martin, Hanns und Wolfgang. Die letzteren zwei erbten von ihren Oheimen Heinrich und Johann von Geyllern das Geyllern’sche Wappen, welches die Haager noch heute führen (siehe weiter unten: III. Wappen der Haager); Hanns H. nahm die Hälfte der Herrschaft Altensteig, oder wie sie damals genannt wurde: Allentsteig, welche aber später an seinen Bruder Wolfgang fiel. Wolfgang hatte aus seiner Ehe mit Anna von Lappiz einen Sohn: Thomas; Thomas war mit Christine von Puelach vermält. Thomas’ (gest. 1432) Sohn Sigismund (I.) pflanzte die Familie fort. Sigismund (I.) (siehe unten II. die ausgezeichneten Mitglieder der Familie Haager, Nr. 12) war zweimal vermält, zuerst mit Dorothea von Hohenwarth, zum andern Male mit Elisabeth von Pottenbrunn. Aus beiden Ehen hatte er 17 Söhne und 7 Töchter, also 24 Kinder. Von Sigismund’s (I.) Söhnen traten 3 in den Vordergrund: Veit, Sebastian (I.) (s. Nr. 10) und Wolf (s. Nr. 14); Sebastian pflanzte den Mannsstamm fort. Aus zwei Ehen, der ersten mit Christine von Eibensteiner, der zweiten mit Anna von Ennenkel, hatte er 15 Kinder, u. z. 3 Söhne, 12 Töchter. Einer dieser Söhne, Georg (s. Nr. 4), trat zum Protestantismus über. Aus seiner Ehe mit Hedwig von Steger hatte er wohl 2 Kinder, welche jedoch vor ihm starben. Der zweite Sohn Sebastians : Sigismund (II.) (s. Nr. 13), pflanzte das Geschlecht fort; in drei Ehen: mit Julia Gräfin Althann, Maria Freiin von Eck, und Anna Susanna Herrin von Hoheneck, erzeugte er 21 Kinder; darunter den unglücklichen Sebastian Günther (s. Nr. 11), und Hanns Seifried (s. Nr. 5). Der Zweig Sebastian Günther’s erlosch bald; seine beiden Söhne Franz Sigmund und Sebastian (III.) starben im Laufe des siebenjährigen Krieges, und die einzige Tochter Eva Julie vermälte sich (1622) mit Jacob Franz Freiherrn von Herberstein. Hanns Seifried (s. Nr. 5), der erste Freiherr (seit 12. Jänner 1671), pflanzte das Geschlecht fort. Zweimal vermält, zuerst mit Maria Magdalena Freiin von Rainach, zum andern Male mit Anna Katharina Kölnpök von Ottsdorf, hatte er nur aus der letztern Ehe zwei Söhne: Otto Sigmund und Otto Maximilian. Der letztere starb im Feldlager zu Ofen unvermält (1694); der erstere aber, Otto Sigmund (s. Nr. 9), war gleichfalls zweimal vermält, zuerst mit Maria Katharina Barbara Freiin von Oedt und dann mit Maria Franzisca Beatrix Gräfin Katzianer. Von beiden Frauen hatte er 11 Kinder, darunter: Maria Dominika, vermält (1745) mit Gundaker Joseph Grafen von Thürheim, welche somit die Urgroßmutter des jetzt noch blühenden Geschlechtes der Grafen von Thürheim ist; ferner: Maria Karolina Magdalena (s. Nr. 8) und den Sohn Franz Alois (s. Nr. 3). Dieser letztere hatte aus einer zweimaligen Ehe, u. z. zuerst mit Maria Anna Gräfin von Schlik und zum andern Male mit Maria Eleonore Gräfin von Trautmannsdorf, 2 Söhne: Franz (s. Nr. 2) und Johann (s. Nr. 6), und 2 Töchter: Dominika (gest. 1827) und Elisabeth (gest. 1837), beide kais. Stiftsdamen. Franz starb kinderlos; Johann vermälte sich als General mit Maria Magdalena von Illéssy, aus welchem die letzte ihres Geschlechtes abstammt: Julia Maria Christina, bekannter unter dem Namen: Oldofredi-Haager (s. Nr. 7). [Der gelehrte Bibliothekar der Cistercienser-Abtei Lilienfeld: Chrysostomus Hanthaler, liefert in seinem handschriftlichen Nachlasse die ältesten quellengemäßen Nachrichten über die Familie der Haager, welche später Wißgrill in seinem „Schauplatz des landsäss. niederösterr. Adels ...“ zum großen Theile benützt hat. – Sonst vergleiche über die Familie Haager: Mailáth (Joh. Graf), „Das Geschlecht der Freiherrn Hager von und zu Altensteig“, in der Gedichtesammlung der Gräfin Oldofredi-Haager : „Moos“, S. 116–156. – Wißgrill (Fr. K.), Schauplatz des landsässigen nieder-österreichischen Adels vom Herrn- und Ritterstande ... (Wien 1794 u. f., 4°.) Bd. IV. – Hoheneck (J. G. A. Freiherr von), Genealogische und historische Beschreibung der löbl. Herren Stände des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns (Passau und Regensburg 1727) im Artikel: Hager.Oesterr. National-Encyklopädie, herausg. von Gräffer und Czikann, Bd. II, S. 454.] –