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BLKÖ:Hám, Johann von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hamaliar, Martin
Band: 7 (1861), ab Seite: 258. (Quelle)
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Hám, Johann von (Bischof von Szathmár, geb. zu Gyöngyös 6. Jänner 1781, gest. zu Szathmár am 30. December 1857). Widmete sich dem geistlichen Stande und erlangte 1827 die bischöfliche Würde zu Szathmár. Hám ist unter den Bischöfen Szathmárs Johann VIII. Im Jahre 1848 wurde er von Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand zum Erzbischofe von Gran ernannt, entsagte aber, bevor noch die Bestätigung Sr. Heiligkeit des Papstes Pius IX. erfolgte, 1849 dieser Würde und nahm seinen vorigen Bischofsitz zu Szathmár wieder ein. Hám hat sich als Stifter des Civilspitales der barmherzigen [259] Brüder, des Schwesterhauses zur Erziehung adeliger Mädchen des Civil- und Militärstandes und anderer Humanitätsinstitute, ferner als Erbauer der Kathedrale von Szathmár, als Begründer und Erbauer der Pfarreien, Kirchen und Schulen zu Beregszasz, Nagy-Szöllös, Puszta-Dalis, Mata-Szalka u. A. ein unvergeßliches Andenken in seiner Diöcese gesichert. Seine 1842 in Szathmár gegründete Mädchenschule ist in ihrer Art eine Musteranstalt. 200 Mädchen erhalten darin von eigens zu diesem Behufe in Wien gebildeten Nonnen unentgeltlichen Unterricht. Sie werden in weiblichen Arbeiten (von Nähen und Stricken bis zur feinsten Goldstickerei), im Zeichnen, in Musik und Sprachen, in der Hauswirthschaft, Religionslehre, Kalligraphie und anderen, der weiblichen Bildung entsprechenden Gegenständen unterrichtet. Hám führte eine sehr strenge Lebensweise, die er bis an seinen Tod unwandelbar beibehielt. Noch am Tage seines Ablebens, das im Greisenalter von 77 Jahren erfolgte, las er in seiner Hauscapelle die h. Messe und wollte wenige Tage zuvor ungeachtet seiner großen Schwäche und Kränklichkeit am h. Weihnachtstage persönlich das Hochamt celebriren und die Predigt halten; aber die physischen Kräfte versagten ihm den Dienst. Er schlief nie in einem Bette, sondern genoß stets nur halb entkleidet auf einem leichten Divan der nächtlichen Ruhe. Zum Erben seines, auf 600.000 fl. geschätzten Vermögens, setzte er sein Bisthum, beziehungsweise die von ihm noch zu seinen Lebzeiten sequestrirte Fundationalcasse ein, der er die Verwendung dieses Geldes zu wohlthätigen Zwecken an’s Herz legte.[BN 1]

Vasárnapi ujság (Pesth, Heckenast, 4°.) 1858, Nr. 36: „Hám János, volt Szatmári püspök“ [mit seinem Porträte, und auf S. 425 mit der Abbildung seines Sarges, welcher die Inschrift trägt, auf der einen Längenseite: Cineres. Mortales. Immortal. Exc. Ill. ac. Rsmi. | D. Joannis. Hám. Eppi. Szatmár. S. C. R.. A. | M. St. Int. Cons. Abb. de Sz. Jobb.; Obiit, an. 1857. 30. Decembris, an. aetatis 77; auf der andern: Alter. Stator. Dioec. Szatmár. Fundator. Hospitalis. Civ. Claustri F. F. Misericord. Domus. Sororum. De. Charitate. Educand. Nobil. Et. Militar. Puellarum. Conv. E. F. Minor. S. Franc; auf der Stirnseite: Convict. Societ. Jesu. – Exstructor. Basilicae Cathedr. Item Beregszász. Nagy-Szöllös. etc. Parochiarum. Scholarum. Capellar. Calvariae; auf der Fußseite: Dotator. Fundi. Dioeces. Tandem. Bona. Omnia. Sponsae. Suae. Legavit.]. – Der katholische Christ (Pesther religiöses Blatt, 4°.) 1857, Nr. 16, S. 133. – Preßburger Zeitung 1858, Nr. 15. – Salzburger Kirchenblatt 1858, Nr. 4 [nach diesen beiden gestorben am 29. December. Die Aufschrift seines Sarges gibt aber den 30. December als seinen Todestag an]. – Ehrentempel der katholischen Geistlichkeit (Wien 1845, Jac. Dirnböck, 8°.) S. 160, wo er irrig Johann von Hain, statt Hám, genannt wird.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Hám, Johann von, Bischof von Szathmár [Bd. VII, S. 258]. Der im Jahre 1857 verstorbene Bischof hat letztwillig mehrere Legate gemacht, welche Kirchen, Schul- und Wohlthätigkeits-Anstalten seiner Vaterstadt Gyöngyös zufallen sollten. Sie belaufen sich auf die Summe von 15.334 fl. und fand ihre Publication im März 1863 Statt.
    Wiener Zeitung 1863, Nr. 69. [Band 28, S. 345]