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BLKÖ:Gyöngyösy de Petény, Paul I.

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Gynowski, Joseph
Band: 6 (1860), ab Seite: 57. (Quelle)
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Gyöngyösy de Petény, Paul I. (Arzt, geb. zu Kaschau in Ungarn 26. April 1707, verfiel gegen Ende 1769 in solche Schwermuth, daß alsbald derselben sein Tod folgte). Sein Vater [58] Paul war Doctor der Theologie, Prediger der helvetischen Gemeinde in Kaschau, und, als er 1724 das Vaterland verließ, in Frankfurt a. O. Professor der Theologie, welchen Posten er 16 Jahre bekleidete. Der Sohn studirte anfänglich zu Debreczin, später berief ihn der Vater zu sich und leitete selbst dessen Ausbildung in den Sprachen und Wissenschaften. Dann schickte er ihn zur Fortsetzung seiner Studien nach Leyden, wo er unter Schultens in den orientalischen Sprachen sich ausbildete, zugleich aber nach beendeten medicinischen Studien die ärztliche Doctorswürde erhielt. Ueber Verwendung des Leibarztes der russischen Kaiserin Elisabeth, Boerhave, erhielt er einen Ruf nach St. Petersburg, wo er zuerst im Seespitale daselbst, später als Arzt im See-Cadetencorps angestellt wurde. 1766 nahm ihn die Kaiserin unter ihre Leibärzte auf, und in dieser Stellung verblieb er, bis er dem zerstörenden Einflusse einer tiefen Melancholie im Alter von etwa 63 Jahren erlag. G. besaß eine umfassende Bildung, in Sprachen; namentlich in den orientalischen und classischen bewegte er sich mit Leichtigkeit; noch ist ein Gedicht in lateinischer Sprache von ihm vorhanden, das er an seinen Freund, O. Szathmari, richtete, als dieser die Dissertation: „De usu salis in sacris Israelitarum ejusque mysteriis“ (Utrecht 1734) herausgab, und worin er mit Leichtigkeit des Styls Eleganz des Ausdrucks verbindet. Im Drucke gab er heraus: „Index locorum S. Codicis et vocum Hebraeorum, Arabicarum, itemque Graecanm et Latinarum in Commentarium Alberti Schultensii, proverbia Salominis explicantis concinnatis“ (Leyden 1748, Fol.); – „Dissertatio inauguralis medica de remediis empiricis“ (Harderov 1753, 4°.), wiedergedruckt zu Lausanne 1760 und in die „Disputationes Hallerianae ad Historiam morborum“ (Bd. VII, Nr. 233, S. 141) aufgenommen; – „Chorea Castrorum sub tessera Gedeonis militari“ (Frankfurt a. O. 1730, 4°.). – Gyöngyösy, Paul II., siehe den Folgenden. Gyöngyösy, Paul III. siehe in den Quellen.

Veszpremi (Stephan), Succincta Medicorum Hungariae et Transilvaniae Biographia (Leipzig 1774, Sommer, 8°.) Centuria prima S. 60. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Wien 1776) Bd. II, S. 60. – (De Luca), Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien, Ghelen’sche Schriften, 1776) Ersten Bandes erstes Stück, S. 163 [erscheint daselbst als Gyöngyöschy]. – Denkmünzen. Gyöngyösy zu Ehren wurden zwei Denkmünzen geprägt. Die eine zu Leyden von dem ungarischen Medailleur St. Páldi, die Zweite von C. F. Fritsch zu Amsterdam. Die erste von St. Páldi, aus dem J. 1744, zeigt auf der Kopfseite G.’s Ebenbild und hat folgende Aufschrift: Sic oculos sic ora gerit, cunabula cujus | Pannonia, ingenium Belgica laeta fovet | Nec mirum: medicas in pectore condidit artes | Hellada cum Latio cumque oriente capit. | Si valet augurium, si conjectura futuri | Mirandas dotes ampla theatra manent. | Dit’s de edle Schets van dien bervemden Letter’ Helt, | Waar op’t Bataafsch Atheen vertheugt met recht mag bogen, | Die door zyn yvervuur naar hooger eertrap snelt | Die zuivre Taalkunde en haar wonderbaar vermogen | In volle kragt bezit: de heilzame Artseny | Zet’s Mans ervaren Geest ooklof en luister by. | Die zweite, von C. F. Fritsch zu Amsterdam 1753 geprägte, zeigt G. in russischer Tracht, in das vor ihm offen liegende Buch schreibt er mit der Feder in seiner Hand: אַשְׁרֵ֥י תְמִֽימֵי דָ֑רֶךְPsalm. 119. v. 1. Darunter steht: Paulus Gyöngyössi a Pettyén Med. Doct. | Natus Cassoviae in Hungaria an 1707. 26 April. | Imperatoriae Russicae Maiestatis Sacratissimae | Nosocomii maritimi Petropolotini h. t. Medicus. | Gyöngyössius medicas in pectore condidit artes, | Hellada cum Latio cumque Oriente capit.