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BLKÖ:Gostner, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Goßmann, Friederike
Band: 5 (1859), ab Seite: 279. (Quelle)
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Gostner, Joseph (Missionär, geb. zu Völs in der Diöcese Trient 10. März 1822, gest. zu Chartum in Central-Afrika 16. April 1858). Aus einer besonders gottesfürchtigen Familie; drei seiner Schwestern traten in den Orden der barmherzigen Schwestern, zwei von ihnen sind bereits dem Bruder in’s Jenseits vorangegangen. Ein Bruder Namens Anton zog als Schreiner, Drechsler und Schmied im Jahre 1854 mit der Mission nach Chartum und leistete derselben vortreffliche Dienste, doch schon im nächsten Jahre erlag er den climatischen Einflüssen. Joseph wollte Maler werden, aber die Armuth der Eltern, die ihm keine Unterstützung geben konnten, zwang ihn, den Plan aufzugeben. Er besuchte nun die Schulen, u. z. das Gymnasium in Bozen, die philosophischen Jahrgänge in Verona und vollendete die Theologie in Trient. Auf sich allein gestellt, mußte er sich oft durch bittere Noth durchkämpfen und früh zu dem schweren Amte vorbereiten, in welchem der Tod seine energische Thätigkeit so rasch unterbrach. Am 13. Juli 1851 erhielt er die h. Weihen, nun trat er in die Seelsorge und wirkte zwei Jahre hindurch in der Pusterthaler Gemeinde Taufers. Als der Generalvicar von Chartum, Knoblecher, den Ruf um geeignete Männer für seine Mission in Central-Afrika ergehen ließ, war Gostner der erste, der ihm folgte. Am 27. Aug. 1853 schiffte er sich in Triest ein, und wurde von Knoblecher in Alexandrien empfangen. Nachdem Knoblecher den jungen Priester auf der Reise näher kennen gelernt, ernannte er ihn gleich nach der Ankunft zum Provicar, mit dem Rechte der Nachfolge im Generalvicariat. Nun entfaltete G. eine energische Thätigkeit und war, wie ihn einer seiner Collegen nennt, bald der „rechte Arm“ der Mission. So wirkte er einige Jahre. Anfangs 1858 unternahm Knoblecher eine Reise nach Europa, erlag aber unterwegs einem älteren Leiden († 13. April 1858 zu Neapel); G. übernahm nach Knoblechers Abreise die Leitung der Mission; ein Paar Monate später (im Apr.) befiel ihn ein anfänglich unscheinbares Unwohlsein, welches sich aber so rasch entwickelte, daß er schon in wenigen Tagen eine Leiche war. Während der 4 Jahre seines rastlosen Wirkens in der Mission gaben mehrere seiner Briefe (siehe unten die Quellen) Nachricht über den Stand und die Erfolge derselben. Als G. starb, war er 36 J. alt, die geistliche Oberleitung der Mission ging auf den Missionär Kirchner über.

Volks- und Schützen-Zeitung 1858, Nr. 50: „Der apost. Provicar Jos. Gostner.“– Dieselbe Nr. 73: „Schreiben des Herrn J. Spauring von Kitzbichl, ddo. Chartum 17. April 1858 über Herrn Gostners Letzte Lebenszeit und Hinscheiden.“ – Auch enthält das genannte Blatt Gostners Missionsberichte, welche über das Wirken und die Aufopferung der Mission werthvolle Mittheilungen machen, u. z. 1853, Nr. 116 (der erste Brief G.’s); Nr. 130. . – 1855, Nr. 24, 25, 40, Beilage Nr. 22 zu Nr. 76, Nr. 81, 145–148, Beilage Nr. 57 zu Nr. 150. – Katholische Blätter (Linz, 4°.) 1858, S. 162. – Allgem. katholische Chronik für Stadt und Land. Herausg. von Martin Huber (Innsbruck 1858, Aufschlager, 0°.) I. Jahrg. S. 204.