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BLKÖ:Genelli, Christoph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 132. (Quelle)
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Genelli, Christoph (Dichter u. Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Berlin 24. April 1800, gest. zu Cincinati in Nordamerika 17. Juli 1850). Ein Verwandter des berühmten Malers Bonaventura Genelli. Studirte in Breslau die Theologie, wurde zuerst Weltpriester, dann Regens des Priester-Seminars zu Culm und Domcapitular daselbst, 1842 gab er seine Stelle auf und trat in den Orden der Gesellschaft Jesu, begann in Graz sein Noviziat, kam nach dessen Beendigung nach Rom in das ungar.-deutsche Collegium und von dort nach Innsbruck, wo er im Collegium Theologie vortrug und bei den im Lande durch Bischof Galura (s. d. S. 76) in’s Leben gerufenen Missionen thätigst mitwirkte. Als unter den Wirren des J. 1848 die Gesellschaft ihre Ordenshäuser in Oesterreich verließ, ging G. nach Nordamerika, trug im Collegium St. Louis zu Missouri Dogmatik u. Kirchengeschichte vor, wurde aber auf der Heimkehr, da ihn der Orden nach Oesterreich zurückrief, als er in Cincinnati ankam, von der Cholera ergriffen und ihr Opfer. G. war als Dichter und theolog. Schriftsteller thätig. Mehrere seiner theologischen Abhandlungen enthält der „Religions- und Kirchenfreund“ zu Würzburg und die „Tübinger theologische Quartalschrift“. Seine poetischen Werke sind: „Lyrisches“ (Neisse 1840, Hennings); – „St. Christophorus. Episches Gedicht in 4 Gesängen“ (Augsburg 1841). Nach seinem Eintritte in den Orden gab er außer einer Lebensbeschreibung des Jesuiten Joseph Mar. Pignatelli, und einer Sammlung Kirchenlieder (Innsbruck 1847, 12 °.) noch heraus: „Das Leben des heiligem Ignatius von Loyola, Stifters der h. Gesellschaft. Jesu. Mit Benützung der authentischen Acten, besonders seiner eigenen Briefe“ (Innsbruck, [133] 1848, Wagner, gr. 8°.). Unter den katholisch-kirchlichen Dichtern der Neuzeit nimmt G. seinen Platz neben Pyrker, Diepenbrock und Smets in ehrenvoller Weise ein.

Wahrheitsfreund von Cincinnati 1850. – Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, Voigt, 8°.) XXVIII. Jahrg. II. Thl. S. 949 u. f. [nach diesem gest. 12. Juni 1850]. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Soc. Jesu (Wien u. Regensburg 1856, Mechitharisten u. Manz, Lex. 8°.) S. 97 [nach diesem geb. 24. April 1800 u. gest. 17. Juli 1850]. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon (Hildburghausen 1845, Bibl. Inst., Lex. 8°.) III. Supplem. Bd. S. 954 [nach diesem gest. 12. Juli 1850].