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BLKÖ:Freyenfels, Johann Hubert Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 351. (Quelle)
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Freyenfels, Johann Hubert Freiherr (Oberst und Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. zu Brünn 1724, gest. zu Pavia 11. August 1763). Entstammt einer in Böhmen und Mähren seit 1708 ansäßigen Freiherrnfamilie, trat, 18 J. alt , in den Militärstand und begann im Regimente Baden-Durlach zu dienen. Beim Ausbruch des 7jährigen Krieges war er bereits Major, focht dann bei Lobositz, Prag, Breslau und Leuthen [352] und wurde in der letzten Affaire gefangen. Im J. 1760 zum Obersten im Inf. Reg. Starhemberg Nr. 24 befördert, führte er sein Regiment bei dem Sturme auf Glaz und in der Schlacht von Liegnitz ruhmvoll an. Bei der Belagerung der Festung Schweidnitz (1762) commandirte er als Brigadier und trug wesentlich zur Erhaltung dieses Platzes bei. Am 8. August unternahm er einen Ausfall, bei welchem er einen Theil der feindlichen Laufgräben vernichtete und den Oberst Falkenhayn mit 5 Officieren und 235 Mann gefangen in die Festung brachte. Als ihm bei dieser Gelegenheit das Pferd unter dem Leibe erschossen ward, führte er seine Truppe zu Fuß muthig an. Im Verlauf der weiteren Vertheidigung des Platzes wurde er verwundet, kriegsgefangen (10. Oct. 1762) und am 1. Mai 1763 in Freiheit gesetzt. In der 8. Promotion (21. Oct. 1762) erhielt er den Mar. Theresien-Orden. Aber weder diese Auszeichnung noch die Befreiung überlebte er lange; denn schon im Aug. 1763 erlag er – erst 39 Jahre alt – den während der Belagerung erhaltenen Wunden und den Folgen des während dieser Zeit erlittenen Ungemachs.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden ... (Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8°.) S. 160. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausgeg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851 u. f.) II. Bd. S. 542.