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BLKÖ:Fredro, Alexander Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Frast, Johann von
Band: 4 (1858), ab Seite: 347. (Quelle)
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Fredro, Alexander Graf (polnischer Lustspieldichter, geb. in Galizien 1791). Entstammt einer alten Adelsfamilie, in welcher bereits Andreas Max F., Castellan von Lemberg und Wojwode von Podolien (gest. 1679), als poln. Culturhistoriker eine ehrenvolle Stelle in der Literatur einnimmt. Der Graf ist ein jüngerer Bruder des Grafen Johann Max (s. d. Folg.), trat gleich diesem 1809 in poln. Kriegsdienste, machte 1812 den russischen und deutschen Feldzug mit, kehrte 1814 wieder nach Galizien zurück, wo er abwechselnd in Lemberg, auf seinen Gütern und auf Reisen lebte, sich mit Literatur beschäftigte und im Gebiete des Lustspieles selbstschöpferisch auftrat. Seine Stücke, meist Lustspiele, zählen zu den besten Erscheinungen der neuen dramatischen Literatur in Polen und werden auf den Bühnen in Warschau, Lemberg und Wilna seit Jahren und mit Beifall gegeben. Die Sammlung seiner Stücke, von denen einzelne auch in wiederholten Auflagen erschienen, kam unter dem Titel: „Komedye“, 5 Bde. (Lemberg 1826–38) heraus. Sie enthält folgende Lustspiele (die mit einem * bezeichneten in Versen): im I. Bde.: *„Herr Geldhab“ (3 Acte); – *„Fremde Sitte“ (3 Acte); – „Damen und Husaren“ (3 Acte in Prosa), welches auch in’s Deutsche übersetzt und auf der Wiener Hofbühne gegeben wurde. – *„Tadelsucht und Muthwille“ (1 Act): – im II. Bde.: *„Mann und Frau“ (3 Acte); – *„Der neue Don Quixotte“ (3 Acte); – *„Der Brief“ (1 Act); – *„Die Misanthropen und der Dichter“ (1 Act); – im III. Bande: *„Die Freunde“ (4 Acte); – „Um’s Himmelswillen was geht da vor!“ (3 Acte in Prosa); – *„Niemand kennt mich“ (l Act); – im IV. Bande: „Der Magnetismus des Herzens“ (in 5 Acten in Prosa und in Versen[WS 1]); – „Herr Jowialski“ (in 4 Acten ebenso); – „Das Nachtlager in den Apenninen“ (Oper in 1 Acte ebenso); – im V. Bde.: *„Das Tantchen“ (in 3 Acten); – *„Die Rache“ (in 4 Acten), auch selbständig (Lemberg 1838); – *„Das Leibgedinge“ (in 3 Acten). – Außer dieser Sammlung erschien in der von Val. Chlędowski (s. d. II. Bd. S. 345) herausgegebenen „Haliczanin“: „Die Vertheidigung von Olszye. Dramat. Gedicht in Versen“; – „Der Stein am Lisk, Erzählung in Versen“, und selbständig: „Nieszczęścia najszczęśliwego męźa“, d. i. Das Unglück des allerglücklichsten Mannes (Krakau 1841, Czech). Witz, Laune, leichter u. gefälliger Dialog u. ein seltenes Geschick, in gebundener Sprache sich zu bewegen, zeichnen F.’s Arbeiten aus. – Sein Sohn diente als Officier in der ungar. Revolutionsarmee, verließ aber dieselbe und lebt seit 1850 in Paris.[BN 1]

Wóycicki (K. Wł.), Historyja literatury polskiej, d. i. Geschichte der polnischen Literatur (Warschau 1846, Sennewald, gr. 8°.) S. 438. – Majorkiewicz (Jan), Historya, Literatura e Krytyka (Warschau 1847) S. 329. – Rittersberg, Kapesní slovníče, d. i. Taschen-Wörterbuch (Prag 1850, Pospíšil, 16°.) I. Bd. S. 456. – Blätter für literarische Unterhaltung 1838, Nr. 337; 1839, Nr. 118. – Ueber den Culturhistoriker Andreas Max Fredro siehe: Wóycicki, wie oben III. Bd. S. 106. [348]Bentkowsky (Felix), Historya literatury polskiej, d. i. Geschichte der polnischen Literatur (Warschau u. Wilna 1814, Zawadzki, 8°.) I. Bd. S. 224; II. Bd. S. 90, 362, 754. – Wiszniewski (Mich.), Historya literatury polskiéj, d. i. Geschichte der poln. Literatur (Krakau 1840–1857, 8°.) I. Bd. S. 231; VIII. Bd. S. 109, 463, 486; IX. Bd. S. 390. – Chodynicki (Ignacy), Dykcyonarz uczonych Polaków, d. i. Lexikon gelehrter Polen (Lemberg 1833, Millikowski) I. Bd. S. 146. – Gwiazdka Cieszyńska, 1856, Nr. 40, S. 322: „Żywot Jędrzeja Maksymiliana Fredry.“Przysłowia, mów potocznych, albo przestrogi obyczajowe etc. Andrzeja Maksymiliana Fredry. Wydanie Kazimierza Józ. Turowskiego (Sanok 1855, Pollak, 8°.). [In dieser jüngsten Ausgabe der „Sprüchwörter“ Fredro’s befindet sich eine bio- und bibliographische Mittheilung über Fredro, letztere besonders beachtenswerth.]

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Fredro, Alexander Graf [Bd. IV, S. 347]. Ein Kreis seiner Verehrer ließ auf den Grafen eine Medaille prägen. – Auch sein gleichnamiger Sohn Alexander ist unter die Lustspieldichter gegangen und wurden von demselben im Jahre 1866 in Lemberg an einem Abende drei Stücke: „Vor dem Frühstück“; – „Des Onkels Liedchen“ und „Mittagsschläfchen des Herrn Prosper“, mit Beifall gegeben.
    Tygodnik illustrowany Warszawski 1862, Nr. 119; „Alex. Fredro“ [mit Bildniß im Holzschnitt]. – Slavische Blätter. Herausg. von Abel Luksić (Wien, kl. 4°.) I. Jahrg. (1865), S. 183 u. 228. – Czas (Krakauer polit. Blatt) 1865, Nr. 75, im Feuilleton. – Presse 1866, Nr. 56, Local-Anzeiger: „Polnisches“. [Band 26, S. 381]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Bersen.