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BLKÖ:Embel, Franz Xaver

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 33. (Quelle)
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Embel, Franz Xaver (Topograph, geb. zu Florenz 10. Nov. 1770). Sein Vater, wie seine Mutter aus Straßburg gebürtig, stand im Dienste bei Wolfgang Franz Xaver Fürst Ursini-Rosenberg, der, als Franz Xaver geboren wurde, österr. Gesandter am Hofe von Florenz war. Der in Italien von deutsch-französischen Eltern Geborne bildete sich früh in den drei Sprachen deutsch, italienisch, französisch aus. Als Fürst Rosenberg als Obersthofmeister nach Wien kam, übersiedelte auch E. mit seinen Eltern dahin. 1787 trat er bei der k. k. Cameral-Hauptbuchhaltung ein und zur Spesen-Commission bei Hofreisen zur Kaiserkrönung Leopolds II. zugetheilt (1790) sah er Frankfurt. Nach Wien zurückgekehrt, wurde er 1795 Ingrossist, 1800 Rechnungsofficial. In diesem Jahre unternahm er, um seine geschwächte Gesundheit in Gebirgsluft zu stärken, in Begleitung des Malers Runk die Reise, welcher wir das noch heut geschätzte Werk verdanken: „Fussreise von Wien nach dem Schneeberge. Mit histor. Nachrichten von der Entstehung und den ältesten Bewohnern der in dieser Gegend liegenden Schlösser und Ortschaften“ (Wien 1801, Doll, kl. 8°., 200 S. mit Vign. u. Kupf). Das von E. selbst gezeichnete Bild der Burg Medling ist das einzige genaue Bild dieser Burg vor ihrer Restauration (1812). Der Eindruck dieser Wanderung [34] war ein so lebendiger, daß E. im nächsten Jahre (1801) eine zweite Reise in dieselbe Gegend unternahm, die unter dem Titel erschien: „Schilderung der Gebirgsgegenden um den Schneeberg in Oesterreich“ (Wien 1803, Camesina, 306 S., 8°. mit Vign. und Kupfern). Die in der Vorrede versprochene Geschichte der in diesen Gegenden befindlichen Schlösser und Herrschaften wurde durch seine amtliche Beschäftigung vereitelt. Im J. 1804, als Dalmatien in Folge des Friedensschlusses von Campo Formio an Oesterreich kam, erhielt E. den Auftrag, nach Dalmatien zu reisen, um die Grundlagen zur Einführung einer geregelten Finanzgebarung zu erheben. Seine Thätigkeit daselbst währte 3 Jahre und 1807 kehrte E. nach Wien zurück, und als seine Hoffnung auf die verdiente Vorrückung zum Rechnungsrathe vereitelt worden, verlieh ihm Se. Majestät ohne sein Ansuchen die Stadtoberkämmerer- und Magistratsrathstelle beim Wiener Magistrate (1807). 22 Jahre bekleidete er diesen Posten in schweren Zeiten, war im denkwürdigen Jahre 1809 Zeughaus-Referent und im Bürger-Corps Oberstlieutenant und erwarb sich durch seine Umsicht in allen Verhältnissen allgemeine Anerkennung. Als Gemeindereferent war er in eben so ersprießlicher Weise thätig, und verdanken ihm sechs Vorstädte Wiens neue Gemeindehäuser (Rossau, Alsergrund, Laimgrube, Gumpendorf, Wieden, Leopoldstadt) und fünf neue Schulen (Nikolsdorf, Altlerchenfeld, Erdberg, Rossau und Wieden). Am 15. April 1830 trat er in Ruhestand, den er noch gegenwärtig genießt. Die beiden von ihm genannten Monographien weisen ihm einen ehrenvollen Platz unter Oesterreichs Topographen an; auch besitzt er, ein gewandter Landschafter, eine große Menge von selbst aufgenommenen Ansichten, die sich durch Genauigkeit und glückliche Wahl des Aufnahmspunctes auszeichnen und besondern Werth dadurch besitzen, daß sie, im ersten Decennium dieses Jahrhunderts aufgenommen, manches Bauwerk, welches seither der Zerstörung erlag, in treuer Abbildung zeigen. In seinem von den Erben des Hofbibliotheks-Präfecten Grafen Ossoliński-Tenczin (s. d.) erkauften (in der Vorstadt Wieden, Maierhofgasse jetzt Nr. 364 gelegenen) Hause sind alle Wände mit diesen anmuthigen Schöpfungen seines Pinsels behängt.

Berichte des Alterthums-Vereines zu Wien (Wien 1854, 4°.) I. Bd. S. 257–267: „Biographie“ von Jos. Feil [auch als Separatabdruck erschienen]. – Sartori (Franz Dr.), Verzeichniß der gegenwärtigen in und um Wien lebenden Schriftsteller ... (Wien 1820, 8°.) S. 32.