Zum Inhalt springen

BLKÖ:Ehrmann, Martin S.

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Ehrlich, Mathias Karl
Band: 4 (1858), ab Seite: 10. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Martin S. Ehrmann in Wikidata
GND-Eintrag: 143678213, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Ehrmann, Martin S.|4|10|}}

Ehrmann, Martin S. (Doctor der Chemie, geb. zu Brünn 6. Nov. 1795). Widmete sich anfänglich dem Handlungsgeschäfte zu Friedeck in österr. Schlesien, begab sich aber, um Pharmacie zu studiren, 1819 nach Wien. Nach erhaltenem Magisterium der Pharmacie trieb er naturwissenschaftliche Studien, namentlich Chemie und Botanik, hörte auch die Vorträge der merkantilisch-technischen Fächer am Polytechnikum in Wien und wurde Doctor der Chemie. 1824 erhielt er die Professur der pharmaceutischen Waarenkunde an der Wiener Universität und 1827 erweiterte er den Plan seiner Vorträge, sie auf das Gesammtgebiet der Pharmacie ausdehnend. 1836 erhielt E. die Lehrkanzel der Vorbereitungs-Wissenschaften an der Universität zu Olmütz, welche Stelle er noch gegenwärtig mit der eines beeideten Gerichts-Chemikers bekleidet. Als Schriftsteller in seinem Fache entwickelte E. eine große Thätigkeit und seine Arbeiten erfreuen sich in der Regel wiederholter Auflagen. Es erschienen von ihm: „Die Stöchiometrie auf eine leichtfassliche Weise ohne Beihilfe algebraischer Berechnungen erläutert“ (Wien 1828, 1 Heft Tabellen, gr. 4°.); – „Handbuch der pharmaceutischen Chemie“, 4 Bde. (Wien 1826–1828, zweite umgearbeitete und verbesserte Auflage Wien 1832 und 33, gr. 8°.). Die zweite Auflage erschien unter verändertem Titel als: „Lehrbuch der Pharmacie nach dem gegenwärtigen Zustande ihrer Grundwissenschaften ...“ und „Tabellen zur pharm. Chemie“ (Ebenda 1829 und dritte Auflage 1855, gr. 8°.); – „Das Neueste und Wissenswertheste aus dem ganzen Umfange der Pharmacie und ihrer Grundwissenschaften“, 7 Hefte (Ebenda 1834–1840, gr. 8°.); – „Pharmaceutische Präparatenkunde auf Grundlage der österr. Pharmacopöe“ (Ebenda 1834, zweite umgearbeitete und vermehrte Auflage 1835, vierte Auflage 1855); dazu gehört: „Systematische Zusammenstellung der in die neue Pharmacopöe aufgenommenen Mercabilia“ (Wien 1857, 8°.); – „Der Schönheitsfreund. Handbuch für Damen“ (dritte nach Dr. Lübeck umgearbeitete und verm. Aufl. Pesth 1837, 8°.); – „Commentar der neuesten österr. Pharmacopöe“ (Wien 1837, gr. 8°.); – „Handbuch [11] der populären Chemie“, 1 Bd. (Ebenda 1840, gr. 8°.); – „Handbuch der Chemie in deren vielseitiger Beziehung zum gemeinen Leben“, 2 Lfgr. (Wien 1840, gr. 8°.); – „Pharmacognosie oder Erläuterung der pharmaceutischen Waaren in natur-historischer und mercantilischer Hinsicht“ (Wien 1856, 8°.); – und sein Neuestes: „Sammlung von Vorschriften zur Darstellung der in der österr. Pharmacopöe nicht aufgenommenen älteren und neueren Präparate als Nachtrag zur pharmac. Präparatenkunde“ (Wien 1858, Selbstverlag, 8°.), das eben in Lieferungen zu erscheinen begonnen hat. Auch hat E. 1835 eine technisch-populäre Zeitschrift unter dem Titel: „Oesterr. Wochenblatt für Industrie, Gewerbe, Handel und Hauswirthschaft“ gegründet und bis zu seinem Abgang nach Olmütz (April 1836) redigirt; seit dem Jahr 1846 gibt er die „Oesterr. Zeitschrift für Pharmacie“ heraus, welche in halbmonatlichen Lieferungen in 8°. erscheint und stets auf der Höhe der Wissenschaft sich erhaltend, Abhandlungen und Mittheilungen aus dem Gesammtgebiete der Pharmacie enthält. In neuester Zeit erschien zu den 10 Jahrgängen ein General-Register. In Würdigung seiner rastlosen Thätigkeit für wissenschaftliche und gemeinnützige Zwecke haben ihm mehrere gelehrte Akademien und Vereine ihre Diplome zugesendet.

Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1837) VI. Bd. und Suppl. S. 425. – Kayser (Christian Gottlob), Vollständiges Bücher-Lexikon (Leipzig 1834, 4°.) II. Bd. S. 105. – VII. Bd. S. 242.