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BLKÖ:Eßterházy von Galántha, Nikolaus Fürst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 102. (Quelle)
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Eßterházy von Galántha, Nikolaus Fürst (Feldzeugmeister und Staatsmann, Ritter des goldenen Vließes, geb. 12. Dec. 1765, gest. zu Como 25. Nov. 1833). Sohn des Fürsten Paul Anton (II.) (gest. 1794, s. d. S. 104) u. Enkel des Fürsten Nikolaus Joseph (s. d. Folgenden). Brachte seine Jugend auf Reisen zu, auf welchen er England, Frankreich, Italien kennen gelernt und seinen Kunstsinn ausgebildet hatte. Gleich seinem Vater und seinem Bruder Anton (s. d. S. 97) widmete sich auch Fürst Nikolaus der militärischen Laufbahn, wurde aber bald zu diplomatischen Sendungen und zu Gesandschaften bei feierlichen Anlässen verwendet, wobei die Pracht, mit welcher er jedesmal auftrat, Aller Bewunderung erregte. So war der Fürst 1792 Wahlbotschafter in Frankfurt, 1796 in der Deputation, welche der ungar. Reichstag abgesendet, um den Erzherzog Karl zu seinen Siegen zu beglückwünschen. Vortrefflich gebildet und durch große Länderkenntniß mit seltenem Reichthum von Anschauungen und Kenntnissen ausgestattet, widmete er sein ganzes Leben hindurch mannigfaltigen Zweigen der Kunst und Wissenschaft nicht nur seine Theilnahme, sondern ließ ihnen auch reiche Unterstützung angedeihen. Er gründete die reiche, namentlich an span. Gemälden so reiche Sammlung, welche in dem vormals Kaunitz’schen Palaste in Mariahilf in Wien ausgestellt ist. Seine Residenz in Eisenstadt, wo er Haydns Gebeine mit seltenem Pompe bestatten ließ, wurde durch ihn ein Tempel der Tonkunst und Botanik, der seltene Schätze aus beiden bewahrt. Seine Munificenz kannte keine Grenzen und dadurch belastete er die ungeheueren Güter, welche er besaß, und von denen er während ihrer Sequestration eine Jahresrente von 80.000 fl. bezog. Zwei Proclamationen der J. 1805 und 1809, welche Napoleon zugeschrieben werden, deuten auf den Fürsten Nikolaus als zu erwählenden König von Ungarn hin. Der Fürst hatte aber schon durch die Bewaffnung seiner Unterthanen im J. 1797, als die Erbländer von der französischen Invasion bedroht waren und durch Aufstellung eines Freiwilligen-Corps von 1000 Mann, wobei er allen jenen, welche unter den Fahnen blieben, die rückständigen Steuern erließ, gezeigt, wie er solchen Aufruf zur Felonie zu erwiedern gesonnen sei. Der Fürst war (1783) mit Maria, Fürstin von Liechtenstein, Schwester des berühmten Feldmarschalls Johann Fürst Liechtenstein vermält, aus welcher Ehe Fürst Paul Anton (III.) (s. d. S. 105) stammt.

Conversations-Lexikon der neuesten Zeit und Literatur. In vier Bänden (Leipzig 1832, Brockhaus, gr. 8°.) I. Bd. S. 862. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) II. Bd. S. 82 [nach dieser geb. 12. Dec. 1765, gest. zu Como 25. Nov. 1833]. – Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allg. Encyklopädie der Wissenschaften u. Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Section. 38. Thl. S. 351. – Realis, Curiositäten- und Memorabilien-Lexikon [103] (Wien 1847) I. Bd. S. 415. – Enciclopedia italiana (Venedig 1850, Tasso) Appendice Fasc. 270, S. 602 [nach dieser gest. zu Como 24. Nov. 1833]. – Biographie des hommes vivants (Paris 1816, L. G. Michaud, 8°.) II. Bd. S. 537 [nach dieser geb. 11. Dec. 1765; daselbst heißt es: „En 1797 il (prince Eszterházy) remit, à l’archiduc Charles 65 mille florins, produits par les premiers recettes d’une souscription ouverte en faveur des officiers blessés ou malades“]. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris 1853) XVI. Bd. Sp. 475 [nach dieser geb. 17. Dec. 1765, gest. 28. Nov. 1833]. – Porträt. Gest von Hyrtl (Wien, Schaumburg, 8°.).