Zum Inhalt springen

BLKÖ:Draškovič von Trakoštian, Johann Nepomuk

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 3 (1858), ab Seite: 378. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Johann Nepomuk Draškovič von Trakoštian in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Draškovič von Trakoštian, Johann Nepomuk|3|378|}}

Draškovič von Trakoštian, Johann Nepomuk (Humanist, geb. zu Agram 16. Sept. 1805, gest. ebendaselbst 14. Jänn. 1856). Sohn des Grafen Georg Draškovič, Neffe des Vorigen. Erhielt die erste Erziehung im Elternhause und trat dann in’s Pesther Generalseminar, wo er Theologie studirte. Nach vollendeten Studien machte ihn Primas Rudnay zum Bibliothekar in Tyrnau, dann erhielt er die Pfarre zu Gürt, wo er von seiner Gemeinde geliebt, ihm aber von anderer Seite das Leben so verbittert wurde, daß er nach vergeblichen Versuchen um Uebersetzung, die Stelle aufgab und sich auf die ungarische Pußta Peszér zurückzog. Dort unterstützte er arme Familien, welche sich daselbst ansiedelten. Die letzten zehn Jahre seines Lebens brachte er in großer Zurückgezogenheit, ein Wohlthäter der Armen auf seinem Gute Božjakovina zu. Endlich erlag er einem langjährigen Leiden. Sein Vermächtniß, ein Zeugniß seines edlen Sinnes, sichert ihm eine bleibende Erinnerung; darin bestimmte [379] er 10,000 fl. dem Agramer Armenfonde; 10,000 fl. zu Stipendien für 4 Schüler des Agramer Gymnasiums u. einen Hörer der Rechte an der dortigen Akademie; 10,000 fl. der Matice zur Herausgabe guter und nützlicher Bücher; 5000 fl. den Agramer barmherzigen Schwestern; 5000 fl. dem in Agram zu errichtenden Landesspital; 5000 fl. der Schule in Bérckovljan. Bemerkenswerth ist, daß der edle Menschenfreund am nämlichen Tage und um dieselbe Stunde in Agram verschied, in welcher sein Onkel Janko in Radkersburg starb; einige Monate früher starb auch der ritterliche Graf Karl Draškovič auf seinem Gute Bisag im besten Mannesalter ein Opfer der Cholera.

Agramer Zeitung (Fol.) 1856, Nr. 17 u. 35. – Neven. Zabavni i poučni list, d i. Die Ringelblume, eine unterhaltende u. belehrende Zeitschrift (Agram, 4°.) 1856, S. 25: „Životopisi Gróf Ivan Nep. Draškovič.“