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BLKÖ:Dionisi, Giovanni Giacomo

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 309. (Quelle)
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Dionisi, Giovanni Giacomo (Archäolog, Bibliothekar, Literarhistoriker, geb. zu Verona 1734, gest. ebenda 14. April 1808). Entstammt einem alten Veroneser Geschlechte (Cartolari macht desselben Erwähnung in seinen „Cenni sopra varie famiglie illustri di Verona 2 edit.“ (Verona 1855, 8°.) S. 22, 79, 82). Erhielt seine erste Erziehung bei den Jesuiten in Bologna. Noch sehr jung hatte er von Papst Benedict XIV. ein Canonicat in seiner Vaterstadt erhalten und wurde dann Bibliothekar seines Capitels. Früh verlegte er sich auf wissenschaftliche Arbeiten, und waren namentlich die Alterthumskunde und Kirchengeschichte die Lieblingswissenschaften, denen er huldigte. Großes Studium widmete er auch dem für den Kritiker und Literarhistoriker unerschöpflichen Dante. Um sein Leben zu schreiben und sein „Divina comedia“ zu erläutern, unterhielt er einen ausgedehnten Briefwechsel und unternahm mehrere Reisen. D. trug entschieden zur Wiederbelebung des Studiums Dante’s bei, das seit geraumer Zeit in Italien vernachlässigt worden war, wie Gamba treffend bemerkt: „tutto questo operava il D. quando intorno a Dante stavasene l’Italia quasi dormigliosa.“ Sein verdienstlichstes Werk ist auch die Prachtausgabe Dante’s, welche zu Parma bei Bodoni 1795, in drei Fol. Bänden (200 Fr.), und neue Ausgabe 1796, 4°. (Ebert Nr. 5720) erschien. Sind auch mehrere der darin mitgetheilten Urkunden aus nicht ganz sichern Quellen geschöpft, im Ganzen trug er wesentlich zum Verständniß des herrlichen Gedichtes bei. Seine Werke in chronologischer Ordnung sind: „Apologetiche riflessioni“ (Verona 1755, 8°.); – „Osservazioni sopra un’ antica scultura ritrovata nel recinta della catedrale di Verona“ (Verona 1767); – „Della Zecca di Verona e delle sue antiche Monete. Trattato“ (Bologna 1785, fol. mit 4 K. K.). Diese Schrift erschien zuerst im vierten Bande von Zanetti’s „Nuova raccolta delle monete e zecche d’Italia“; – „Dei Santi Veronesi“ (Verona 1786); – „Censura del commento di Pietro creduto figlio di Dante Alighieri“ (Verona 1786, 4°.); – „Abrégé de l’ancienne histoire de Verone“ (Verona 1787); – „Serie di Anedotti nuove e vecchie de’ codici Fioretini“, 5 Bde. (Verona 1790, 4°.); – „De’ blandimenti funebri o sia delle acclamationi sepolcrali christiane“ (Padua 1794, 4°.); – „De’ vicenevoli amori di Messer Francesco Petrarca e di Donna Laura. Nuova edizione con un carme del Boccaccio e lettera responsiva del Petrarca“(Verona 1804). Diese Schrift, worin D. einen Gegenstand, der große Zartheit in der Behandlung erfordert, ohne die nöthige Schonung vornahm, fand keine günstige Aufnahme. [310]„Preparazione istorica e critica alla nuova edizione di Dante Alighieri“ (Verona 1806). D. war Mitglied mehrerer gelehrten Akademien. Seine Bibliothek legirte er dem Capitel, dessen Mitglied er war.

Federici, Elogj istorici de’ più illustri ecclesiastici veronesi. – Cesari (Antonio), Elogia lapidario (Verona, 1809, Fol.). – Gamba (Barth.), Galleria dei Letterati ed Artisti illustri delle Provincie Veneziane nel secolo 18. (Venedig 1824, 8°.) [nach diesem geb. 1734). – Da Rio, Giornale dell’ italiana letteratura (Padua 1804) tom. VII. S. 49. – Dandolo (Girolamo), La caduta della repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’ anni. Studii storici (Venedig 1855, Naratovich, 8°.) Appendice S. 126. – Tipaldo[WS 1], Biografia degli Italiani uomini illustri. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la dir. de M. le Dr. Hoefer (Paris 1853) XIV. Bd. Sp. 296 [nach diesem geb. 1724]. – Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4°.) I. Sect. XXV. Bd. S. 321. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für gebildete Stände (Hildburghausen 1845, Bibl. Inst., Lex. 8°.) VII. Bd. 4. Abth. S. 831 [nach diesem 1734 geb.]. – Porträt. Unterschrift: Gio. Giacopo Dionisi. Musitelli inc. (in Gamba Galleria).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Tibaldo.