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BLKÖ:Della Torre, Lelio

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Dellarosa, Ludwig
Band: 3 (1858), ab Seite: 222. (Quelle)
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Della Torre, Lelio[BN 1] (gelehrter Israelit, erster Professor am rabbinischen Institute zu Padua, geb. zu Caneo in Sardinien 11. Jänner 1805). Sein Vater, Rabbiner zu Caneo, war ein gelehrter und frommer Mann und starb zwei Jahre nach der Geburt dieses Knaben, der nun von seinem Oheime (damals Rabbiner zu Asti, später Oberrabbiner der israelitischen Gemeinden Piemonts in Turin, zuletzt Oberrabbiner zu Triest) erzogen wurde. Als Della Torre im J. 1821 mit dem Oheime nach Turin zog, wurde ihm das Amt des Oberlehrers und Unterdirectors in der zu errichtenden, im J. 1823 eröffneten und dann berühmt gewordenen Schule (Collegio israelitico Colonna e Finzi) übertragen. Im J. 1826 wurde er als zweiter Rabbiner der Gemeinde zu Turin erwählt. In dieser Stellung war sein Streben, die darniederliegenden hebräischen Studien zu heben, Lehrer und Rabbiner zu bilden. Speciell wendete er seine Aufmerksamkeit der hebräischen Philologie und Dichtkunst und biblischen Exegese zu. 1828 wurde D. einstimmig von den lombardisch-veneteanischen israelitischen Gemeinden zum Professor des rabbinischen Institutes erwählt und 1829 bestätigte die Regierung diese Wahl. Talmudische Wissenschaft, Casuistik, Pastoraltheologie, Kanzelberedsamkeit, sind die ihm daselbst angewiesenen Fächer. Bei der jährl. Eröffnung und Schließung der Studien, wie bei den Rabbiner-Weihen (ordinazioni rabbiniche) hält derselbe die betreffenden Reden. Ebenso predigt er je 14 Tage vor den israelitischen Studirenden der k. k. Universität. Della Torre ist in vier Sprachen Schriftsteller, in der hebräischen, deutschen, französischen und italienischen. Außer mannigfachen Werken, die bis jetzt noch als Manuscripte liegen, sind von demselben gedruckt erschienen: „Hebräische u. italienische Gedichte“ (Turin 1821–1828); – „Hebräische Fabeln im bibl. Style“ (Ebd. 1826, 27); – „Specchio ossia Tavola sinottica delle conjugazioni ebraiche“ (Turin 1828); – „Italienische Gedichte“ (Padua 1830, 31); – „Cinque discorsi detti in Padova“(1834); – „Discorso funebre letto nelle solenni esequie di S. M. l’Imperatore et Re Francesco I. (1835); – „Della Condizione degli Ebrei sotto l’impero germanico nel medio ere“ (1842); – „Saggio di traduzione delle Ore del mattino di Mosè Mendelsohn (1843); – „Introdzione della dottrina israelitica sabbatica“ (Padua 1843, 2. Aufl. Verona 1854); – „I Salmi volgarizzati sul testo massoretico ed illustrati con argomenti e note“ 1. Bd. [223] (Wien 1845), der 2. Bd. begann 1854 (Padua, Bianchi) zu erscheinen; – „Preghiere degl’Israeliti secondo il rito tedesco“ (Wien 1846); – und mehrere andere Werke, darunter: „Les mires de la Bible“ in französischer Sprache, gewidmet Ihrer k. k. Hoheit der Erzherzogin Sophie.

Wertheimer (Joseph), Jahrbuch für Israeliten 5616 (1855–1856) Neue Folge. II. Jhrg. (Wien 1855, 8°.) S. 227, 235: „Statistische Notizen über die Israeliten des lomb. venet. Königreiches“ von Dr. Moses Errera [daselbst heißt es über D.: ... er hat sich sowohl auf theologischem Gebiete als in anderen Literaturfächern hervorgethan und namentlich keine Gelegenheit versäumt, um gehässige Vorurtheile, wo sie hie und da gegen israel. Glaubensgenossen vorkommen, zu bekämpfen].

Berichtigungen und Nachträge

  1. Torre, Lelio Della [siehe Bd. III, S. 222].
    Nachtrag zu den Quellen. Fürst (Julius Dr.). Bibliotheca judaica. Bibliographisches Handbuch, umfassend die Druckwerke der jüdischen Literatur einschließlich der über Juden und Judenthum veröffentlichten Schriften... (Leipzig 1863, Wilh. Engelmann, gr. 8°.) XII. Theil, S. 435 und 436 [enthält eine vollständige Uebersicht der bis zum Jahre 1862 erschienenen selbständigen Schriften von Della Torre.] [Bd. 46, S. 158.]