Zum Inhalt springen

BLKÖ:Dandolo, Matteo

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Dandolo, die Familie
Nächster>>>
Dandolo, Silvestro
Band: 3 (1858), ab Seite: 145. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Matteo Dandolo in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Dandolo, Matteo|3|145|}}

Dandolo, Matteo (Schriftsteller, geb. zu Venedig 1741, gest. ebenda im Jänner 1812). Trat in die Dienste der Republik und saß schon 1773 im Rathe der XL, in welchem er bis 1780 verblieb, in diesem Jahre aber, verdächtigt der Theilnahme an den Neuerungen, welche Georgio Pisani beabsichtigte, wurde er auf Befehl der Staatsinquisitoren auf eine seiner Villen nach S. Bruson an die Grenze des Landes verbannt. Schon nach 8 Monaten aber kehrte er nach Venedig zurück und trat wieder in den Rath der XL ein, welche Stelle er bis zum Falle Venedigs bekleidete mit Unterbrechung von Ein und Einem halben Jahre (1788 und 1789), in welcher Zeit er als Capitano von Capo d’Istria das venetianische Istrien verwaltete. Nach dem Sturze der Republik zog er sich ganz in’s Privatleben zurück und lebte der Wissenschaft und seinen Lieblingsstudien. Schon als Jüngling von 20 Jahren hatte er des Abbé Deidier mathematisches Werk unter dem Titel: „Elementi delle principali parti delle matematiche“ aus dem Französischen übersetzt. Im J. 1767 gab er eine wörtliche Uebersetzung der Handelspolitik von Hume unter dem Titel: „Saggi politici sopra il commercio“ heraus, welche zu ängstlich an den Text des Originals sich klammernd, sich schwer lesen läßt. D. hatte sie dem berühmten Admiral Alviso Emo (s. d.) gewidmet, welcher eben damals im Senate die Mittel bezeichnete, durch die Venedigs Handel zu seiner einstigen Blüte wieder emporgebracht werden könnte. Ferner gab er die Uebersetzung der Geschichte des Caj. Crisp. Salustius (Venedig 1802) mit gegenüberstehendem Original heraus. Er eröffnet dieselbe[WS 1] mit einer Abhandlung, worin er die Frage untersucht, warum Catilina so großen Anhang zu seiner Verschwörung gefunden hatte und mit dem Ausspruche schließt, daß alle großen socialen Umwälzungen immer denselben Ursprung haben und auch von denselben Wirkungen begleitet sind. Außerdem übersetzte D. die zweite Catilinarische Rede Cicero’s, die Rede für Milo und mehrere Andere. An der Herausgabe seines Originalwerkes „Massime e considerazioni filosofico-politico-morali“, welches zum Drucke fertig lag, hatte ihn sein Tod verhindert. Was mit demselben und mit seiner Büchersammlung, die über 10,000 Bände, darunter kostbare Werke aus der classischen Literatur und Geschichte zählte, geschehen, ist nicht bekannt. Allem Anschein nach ist sie verschleudert worden.

Dandolo (Girol.), La caduta della repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’ anni. Studii storici (Venedig 1856) S. 99.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: diesebe.