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BLKÖ:D’Esquilles, Joseph Marquis

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Dessauer, Joseph
Band: 3 (1858), ab Seite: 254. (Quelle)
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D’Esquilles, Joseph Marquis (Hauptmann und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Pau 1782). Stammt aus altadeliger französischer Familie. Trat als Cadet in’s Inf.-Reg. Fröhlich Nr. 28 – derzeit Benedek – und machte, 17 Jahre alt, den Feldzug 1799 in Italien mit, wo er im April 1800 als Fähnrich in der Riviera di Genova am linken Arme verwundet wurde. Im Febr. 1809 rückte D. zum [255] Hauptmann im Regimente vor. Als solcher zeichnete er sich bei Volano (24. April) aus. Daselbst hatte er sich mit seiner Compagnie, ungeachtet eines ununterbrochenen feindlichen Kreuzfeuers, der Anhöhen bemächtigt, den Kirchhof, einen sehr wichtigen Punct mit 196 Mann besetzt und durch 9 Stunden heldenmüthig vertheidigt. Vier Stunden schon hatte er sich gegen die feindliche Uebermacht gehalten, als ihm der Rückzug wiederholt anbefohlen wurde; dieser aber war bei der augenscheinlichen Gefahr, aufgerieben zu werden, nicht ausführbar und D. hielt den Kirchhof besetzt und stellte den Franzosen den heldenmüthigsten Widerstand entgegen, indem er alle Angriffe derselben durch weitere 5 Stunden blutig zurückwies. Ein feindlicher Stabs-Officier, erbittert über den hartnäckigen Widerstand dieses Häufleins Braver, stellte sich nun an die Spitze einer Division, um den Kirchhof zu stürmen aber ein wohlgetroffener Schuß streckte ihn nieder und machte des Feindes Muth sinken. Durch den Fall ihres Commandanten und das Freudengeschrei der Vertheidiger bestürzt, geriethen die Angreifer in Unordnung und überließen, von D. und seiner Truppe lebhaft verfolgt, in eiliger Flucht nirgends mehr Stand haltend, dem tapferen D’Esquilles das Schlachtfeld bei Volano. Eine Compagnie des Inf.-Reg. Nr. 41 damals Freiherr[WS 1] Kottulinsky löste nun die Braven ab; von den 196 Vertheidigern kehrten nur 14 zum Regimente zurück; der Oberlieutenant und der Fähnrich waren verwundet, der erste Feldwebel und beinahe alle Chargen geblieben, D. selbst hatte einen Schuß im rechten Schenkel erhalten. Das Ordenscapitel erkannte im J. 1811 D. für diese Waffenthat das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens zu. Am 1. Sept. 1813 trat D. als Invalide in die Pension, quittirte später die österr. Dienste und kehrte nach der Restauration in sein Vaterland zurück, wo er 1856 noch lebte.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Mar. Theresien-Orden und seine Mitglieder. Nach authentischen Quellen (Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8°.) III. Bd. S. 935.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Freiher.