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BLKÖ:Csorich de Monte Creto, Alexander Franz Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 71. (Quelle)
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Csorich de Monte Creto, Alexander Franz Freiherr von (Feldmarschall-Lieutenant, Ritter des Mar. Theresienordens, geb. zu Zengg im Litorale 3. Oct. 1772, gest. zu Temesvár 4. März 1847). Oheim des Vorigen. Entstammt einem alten croatischen Adelsgeschlechte, und trat im 21. April 1789 als Cadet in das Oguliner Gränzregiment. Später in’s Otochaner Gränzregiment übersetzt, wurde er am 11. Mai 1793 Fähnrich, 23. Februar 1797 Unterlieutenant und 16. April 1799 Oberlieut. im General-Quartiermeister-Stab[WS 1]. Seit 1792 hatte er die Feldzüge in Deutschland mitgemacht. Am 26. März 1799 dem Gen.-Maj. Sommariva beigegeben, führte er das Inf.-Reg. Nádasdy, welches die Avantgarde der über Legnago längs der Etsch beorderten Colonne bildete, warf mit dem Bajonet den Feind, zwang ihn zum Rückzuge, und nahm ihm 9 Kanonen und 36 Pulverkarren ab. C. wurde in der Relation des General-Major Sommariva unter den Ausgezeichneten genannt. Als die vereinigte österreichisch-russische Armee am 17. Juni 1799 das feindliche Corps unter dem französischen General Macdonald über den Tidone zurückschlug, wurde auf die Nachricht, daß 4000 Mann der feindlichen Armee von Genua in Bobbio erwartet würden, ein österr. Bataillon mit 50 Mann Cavallerie und 20 Kosaken unter russischem Commando beordert, durch das Tidone-Thal gegen Bobbio vorzurücken, um dem Marsche der feindlichen Truppen wo möglich Hindernisse entgegenzustellen. Diesem Commando wurde Oberlieut. C. beigegeben, dessen rasche und umsichtige Anordnungen den Erfolg hatten, daß der Feind, der bereits Anstalten machte vorzurücken, sein Vorhaben aufgeben und bis zum 19. Juni in Bobbio bleiben mußte. Zu gleicher Zeit hatte C., welcher die Bewegungen des Feindes genau beobachtete, in Erfahrung gebracht, daß der französische General Lapoye sämmtliche Bagage mit 600 Mann Bedeckung vorausgesendet habe. C. machte dem russischen Commandanten den Vorschlag, die feindliche Avantgarde anzugreifen. Dieses nach seiner Disposition ausgeführte Unternehmen gelang, die feindliche Avantgarde wurde geschlagen [72] und 200 Gefangene gemacht. Als Lapoye sich dann mit dem Gros seines Corps durchschlagen wollte, wurde sein Plan vereitelt, und sein Corps mit einem Verluste von 600 Mann ganz zersprengt. Bei dem Vorrücken der Armee in das Genuesische im Jahre 1800, und vorzüglich bei der Blokade von Genua hatte C. öfter Gelegenheit, seine persönliche Tapferkeit, gepaart mit einer vorzüglichen Gegenwart des Geistes, an den Tag zu legen. Die schönste Probe – im Prädicate seines Namens der Zukunft erhalten – gab er bei Monte Creto. Anfänglich hielt Oberst Frimont den Monte Creto mit einer kleinen Truppenzahl besetzt, später wurde an seine Stelle Gen.-Maj. Rousseau dahin beordert. Als es sich aber zeigte, daß die Angriffe des Feindes auf den Monte Creto gerichtet waren, schickte Oberst Frimont zuerst ein Bataillon unter Führung des Oberlieut. Csorich zur Unterstützung des Gen.-Maj. Rousseau voraus, während er selbst mit dem Reste seiner Truppen folgte. Ehe C. angelangt war, hatte der Feind bereits die ersten Verschanzungen auf dem Monte Creto mit Sturm genommen. C. stellte sich aber so vortheilhaft auf, daß er den Gegner bei seinem weiteren Vorrücken in der rechten Flanke und im Rücken bedrohen konnte, während inzwischen auch Oberst Frimont mit den übrigen Truppen anlangte. Ein in diesem Augenblicke gefallener dichter Nebel, begleitet von einem Regengusse, bot dem Feinde die Gelegenheit, die Hauptverschanzung der ganzen Stellung zu ersteigen, und bis an das Lager der kaiserl. Truppen vorzudringen, wodurch sich Gen. Maj. Rousseau gezwungen sah, seine Truppen, welche in diesem hartnäckigen und langwierigen Kampfe gegen eine bedeutende Uebermacht äußerst viel gelitten hatten, hinter dem Lager zu sammeln und dem Feinde die Vortheile der Stellung zu überlassen. Kurz hierauf klärte sich der Himmel wieder auf, der Nebel verging, und man erblickte auf den dominirenden Anhöhen einen weit überlegenen Feind aufmarschirt, welcher zu einem neuen entscheidenden Angriff auf diesen Zeitpunct gewartet zu haben schien. Durch eine starke Reserve gedeckt, rückte derselbe nun vor, und stürzte sich mit solchem Ungestüm auf die Truppen des Generals Rousseau, daß diese ungeachtet des heldenmüthigsten Widerstandes geworfen wurden. In diesem entscheidenden Augenblicke forderte C. das brave Bataillon zum Sturme auf, und führte es so zweckmäßig in Flanke und Rücken des Feindes, daß der vielleicht 10mal stärkere Gegner umkehrte und in Unordnung gerieth. Das Bataillon fing nun zu feuern an, aber C., welcher einsah, daß bei dem unnützen, zeitraubenden Geplänkel der Feind sich wieder stellen, und demselben die Vortheile des günstigen Augenblicks entreißen könnte, ließ das Feuer plötzlich einstellen, um seine Vortheile mit der blanken Waffe in der Art zu verfolgen, daß der Feind seine eigenen ihm zu Hilfe eilenden Reserven über den Haufen warf, und in der Flucht seine Rettung suchte. Das Schlachtfeld war mit Todten bedeckt, der franz. Divisionsgeneral Soult blessirt und mit mehreren Officieren und vielen seiner Leute in Gefangenschaft gerathen. Am 29. Juli wurde C. zum Hauptmann im Corps befördert und später (5. Mai 1802) über Antrag des Ordens-Capitels durch das Ritterkreuz des Mar. Theresienordens ausgezeichnet. Im Feldzuge des Jahres 1801 war er bei der Armee in Deutschland thätig, und zeichnete sich am 5. Dec. bei Steken u. Pfauendorf aus. Am 30. Sept. 1807 wurde er Major im Generalstabe, u. bei Ausbruch des Krieges von 1809 bei der Armee in Italien eingetheilt. Zum Oberstlieutenant befördert, führte er in [73] der Schlacht bei Fontana Fredda die Colonne des Generals Gajoli gegen Sacile, und nahm an allen ferneren Ereignissen dieser Armee bis nach den Schlachten von Wagram und Znaim den thätigsten Theil. 1813 zum Obersten des Inf.-Reg. Hiller Nr. 2 ernannt, focht er in der böhm. Hauptarmee unter FM. Fürst Schwarzenberg und zeichnete sich insbesondere bei Arbesau und Leipzig aus. Am 14. März wurde er bei Arcis sur Aube schwer verwundet. Am 30. Juni 1818 wurde er mit dem Prädicate: „de Monte Creto“ in den Freiherrnstand erhoben. Im Jahre 1821 trat er, andauernder Kränklichkeit wegen, mit dem Generalmajorstitel in Ruhestand; aber schon im folgenden Jahre vollkommen hergestellt, übernahm er eine Brigade in Siebenbürgen. Am 25. August 1832 rückte er zum FML. und Divisionär in Galizien vor, wurde 1835 2. Inhaber des Inf.-Reg. Erzh. Franz Ferdinand d’Este Nr. 32, 1839 Commandirender in Tyrol, 1842 wirkl. geh. Rath und commandirender General im Banate, in welcher Stellung er sich die Liebe der Stadt und der Bewohner des Banats in solcher Weise erwarb, daß sie ihn 1845 zum Ehrenbürger und Gerichtstafel-Beisitzer ernannten. In dem hohen Alter von 75 Jahren beschloß C. zu Temesvár sein ruhmvolles Leben. Aus der mit Ludmilla von Schindler geschlossenen Ehe hinterließ er keine Kinder, aber er adoptirte seines Bruders Sohn Anton (s. d. Vorigen), welcher mit Diplom ddo. Wien 16. Oct. 1840 mit gleichem Prädicate in den Freiherrnstand erhoben wurde.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 813. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder. Nach authentischen Quellen (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) II. Bd. S. 734.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: General-Quatiermeister-Stab.