Zum Inhalt springen

BLKÖ:Csillak (Husaren-Corporal)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Csillag, Rosa
Band: 3 (1858), ab Seite: 60. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Csillak in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Csillak (Husaren-Corporal)|3|60|}}

Csillak (Husaren-Corporal, geb. in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts). Die unten angegebene Quelle meldet das Folgende: „Nach der Schlacht bei Wagram (6. Juli 1809) gab der Erzh. Karl dem FML. Grafen Klenau den Auftrag, mit der 6. Abtheilung den Rücken des Heeres auf der Straße nach Böhmen zu decken. Dieser entsprach dem ehrenvollen Vertrauen des Generalissimus, wich nur langsam und unter steten Gefechten dem heftig nachdringenden Feinde, und trieb ihn nicht selten mit bedeutendem Verluste zurück. Als er am 9. Juli am frühen Morgen, [61] seiner Sitte gemäß, die feindlichen Vorposten besichtigte, wurde seine kleine Begleitung plötzlich von einer bedeutenden Uebermacht angegriffen und umringt. Die Hoffnung, den östr. General gefangen zu nehmen, entflammte den Muth der feindlichen Reiter, doch sie fanden in ihm den Ritter, der nie einem Kampfe ausgewichen war. Mitten im Gewühle stürzte an seiner Seite das Pferd des Ordonanz-Corporals Csillak (von Kienmaier-Husaren), als gerade ein feindlicher Reiter heftiger auf Klenau eindringt; Csillak zu Fuße, sieht nun die Gefahr des geliebten Anführers und führt einen so gewaltigen Hieb auf den Franzosen, daß dieser vom Pferde sinkt, entreißt dann den Franzosen sein aufgefangenes Roß, und weicht trotz 5 erhaltener Wunden nicht von der Seite des Generals, als bis sie sich durch die feindliche Schaar die rühmliche Bahn gebrochen. Als Klenau seinen Retter, der so viele Säbelhiebe, die ihm gegolten, aufgefangen, nun näher betrachtete, erkennt er in ihm den unerschrockenen Mann, der ihn bereits im J. 1799 bei Rapallo in der Riviere von Genua bei einem ähnlichen Kampfe das Leben gerettet und wegen dieser That das silberne Ehrenkreuz erhalten hatte. Gerührt reichte ihm Klenau die Hand: „Also zum zweitenmal verdanke ich dir Braver heute das Leben.“ – „„Gern geschehen; denn ich freue mich wie ein Kind, daß wir Euer Excellenz glücklich herausgehauen.““ – „Du bist ja furchtbar zerfetzt; du hättest dich eher aus dem Gefechte zurückziehen sollen.“ – „„Zurückziehen und meinen ehemaligen Oberst verlassen? das thut kein alter Husar von Wurmser; wir folgen Ihnen und führten Sie uns zum Sturm der Hölle. Eure Excellenz sind nicht blos unser heldenmüthiger Oberst, sie sind auch unser guter Vater gewesen, das vergessen wir nie.““ – Eine schöne Lehre für junge Officiere! – Der Erzherzog Generalissimus würdigte das Verdienst des wackeren Csillak, verlieh ihm die goldene Tapferkeits-Medaille und schenkte ihm 1000 Gulden.

Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien 1810) S. 324.