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BLKÖ:Caroni, Felix

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 288. (Quelle)
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Caroni, Felix (Barnabitenmönch und Archäolog, geb. zu Mailand um das Jahr 1753).[BN 1] Früh für das Klosterleben bestimmt, studirte er Theologie, bildete sich aber auch in den Naturwissenschaften aus. Als er im Jahre 1804 zur Fastenzeit in Neapel predigte, wurde er auf der Fahrt zur See von Corsaren gefangen und als Sclave nach Tunis gebracht. Dem Pascha vorgestellt, redete er diesen, der italienisch verstand, an und dieß trug wesentlich zur Erleichterung seines Schicksales bei. Der Pascha ließ sich von ihm die Mysterien der h. Dreieinigkeit, der h. Beichte, des h. Meßopfers erklären und hörte aufmerksam zu, ohne sich jedoch zu bekehren. C. benützte die ihm gegönnte Freiheit, um die Ruinen Carthago’s zu besuchen, wo er drei Wochen zubrachte und Zeichnungen davon ausführte; in seinem Verkehr mit den Tunesern belehrte er dieselben und erhielt von ihnen Aufschlüsse über mancherlei, namentlich über Alterthümer. Als C. losgekauft wieder nach Europa zurückkehrte, erzählte er umständlich alles dies in der Schrift: „Ragguaglio del viaggio compendioso di un dilettante antiquario, sorpreso dai Corsari condotto in Barbaria e felicemente ripatriato“ (Mailand 1805) und bestimmte den Erlös der Schrift für die Befreiung der in der Barbarei gefangen gehaltenen Christen. Als eine Fortsetzung des Vorigen folgte: „Ragguaglio di alcuni monumenti di antichità ed arti raccolti negli ultimi viaggi da un dilettante“ (Ebenda, mit 13 Tafeln). Auch veröffentlichte C. eine Uebersetzung der Ekhel’schen Münzkunde unter dem Titel: „Lezioni elementari di numismatica antica dell’ abbate Eckheli“ (Rom 1808, mit 5 K. K.). C. war es, der die Bannbulle des Papstes Pius VII. gegen Bonaparte von Rom nach Mailand bringen sollte, an der Gränze aber angehalten, durchsucht und als Gefangener nach Rom gebracht wurde. Nachdem er wieder seine Freiheit erhalten, begab er sich nach Ungarn, wo ein Magnat dieses Landes, der eine Naturaliensammlung besaß, C. die Aufsicht über dieselbe anvertraute. Später erschien noch sein Werk „Caroni in Dacia“ (Mailand 1812, 8°.), Beobachtungen über die Bewohner und Alterthümer Daciens enthaltend; C. studirte insbesonders die Sitten der Walachen und siebenb. Zigeuner; wie sein „Ragguaglio del viaggio compendioso di un dilettante antiquario“, so ist auch dieses letztere Werk mit originellem Humor geschrieben.

Biographie des hommes vivants (Paris 1816, L. G. Michaud, 8°.) II. Bd. S. 56.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Caroni, Felice [Bd. II, S. 288], gest. zu Mailand 1816.
    Tudomanyos Gyüjtemeni, d. i. Wissenschaftliche Nachrichten (Pesth,. 8°.) 1819, III, S. 83–88. [Band 23, S. 371]