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BLKÖ:Budik, Peter

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 195. (Quelle)
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Budik, Peter (Bibliothekar und Literarhistoriker, geb. zu Butschowitz in Mähren 18. Oct. 1792).[BN 1] In Straßnitz und Brünn studirte er die Humaniora und Philosophie, in Olmütz und Wien die Rechte, dann erhielt er eine Anstellung bei der Hofbibliothek, von wo er als Lycealbibliothekar nach Klagenfurt kam. Der Philologie, Literatur und Bibliothekswissenschaft widmete er sich mit besonderem Eifer, und seine literarischen Arbeiten bewegen sich sämmtlich auf den genannten Gebieten. Selbständig sind von ihm im Drucke erschienen: „Aehrenlese, eine Auswahl von Sinngedichten, Grabschriften und Elegien, den lateinischen Dichtern des 16., 17. u. 18. Jahrhunderts frei nachgebildet“ (Wien 1822, Mörschner und J., 8°.); – „Leben und Wirken der alltäglichsten latein. Dichter des 15.– 18. Jahrhunderts, sammt metrischen Uebersetzungen ihrer besten Gedichte, beigefügtem Originaltexte und Erläuterungen. 3 Bände“ (Wien 1827, Wallishauser, 3 Bde., gr. 8°.); in diesem vielleicht noch zu wenig gewürdigten Werke schildert B. die lateinischen Dichter: Petrus Bembo (geb. zu Venedig 20. Mai 1470); Georg Buchanan (geb. in Schottland 1. Febr. 1506); Balthasar Castiglione (geb. 6. Dec. 1478); Hermius Cajado; Janus Cesinge, genannt Janus Pannonius (geb. 29. Aug. 1434); Johannes Cotta (geb. zu Legnano in Verona 1482); Janus Dousa (geb. 6. December 1545); Joh. Dorat, auch Auratus (geb. zu Limoges 1507); Joannes Everard (geb. 1511); Marcus Antonius Flaminio (geb. zu Serravolle 1498); Hieronymus Fracastoro (geb. in Verona 1483); Ferd. Freiherr von Fürstenberg (geb. in Westphalen 1628); Hugo Grotius (geb. 1582); Adolph Klotz (geb. 1738); Bohuslaus Lobkowitz von Hassenstein (geb. 1462); Petrus Lotichius Secundus (geb. in Kurhessen 2. Nov. 1528); Franz Maria Molza (geb. zu Modena 18. Juni 1489); Andreas Navagero, genannt Naugerius (geb. zu Venedig 1483); Johann Oven (geb. 1560); Angelo Poliziano (geb. 24. Juli 1454); Mathias Kasimir Sarbiewski [196] (geb. 1595); Jakob Sannarar (geb. 28. Juli 1458); Don Juan de Yriarte (geb. auf der Insel Tenerifa 15. Dec. 1702), bringt ihre besten Gedichte in metrischer Uebersetzung, mit beigefügtem Originaltexte und den nöthigen Erläuterungen; – „Vorbereitungsstudien für den angehenden Bibliothekar“ (Wien 1833, Gerold, 8°.); und „Vorschule für bibliothekarisches Geschäftsleben“ (München 1848, Franz, gr. 8°.). – Viele seiner Aufsätze befinden sich zerstreut in Hormayrs „Archiv“, in den „Jahrbüchern der Literatur“, in Schicks „Wiener Zeitschrift“, in Gräffers „Conversationsblatt“, in Taschenbüchern u. a. Viele andere Arbeiten, als: „Faerni fabulae centum“ übersetzt u. kritisch beleuchtet, – Ursprung, Ausbildung, Abnahme und Verfall des Turniers u. d. m., waren schon vor Jahren im Manuscript druckfertig.

Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann, (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 414.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Budik, Peter [s. d. Bd. II S. 195], gestorben zu Klagenfurt 26. März 1858. Außer den in der Lebensskizze bereits angegebenen Werken sind von ihm erschienen: „Ueber die poetischen Wettkampfe der Griechen und Römer“ (Wien 1835); – „Ursprung, Abnahme und Verfall des Turniers“ (ebd. 1836); – „Entstehung und Verfall der von König Mathias Corvinus gestifteten Bibliothek“ (1838); – „Album von Kärnthen“ (Klagenfurt 1839); – „Kurzgefasste Geschichte der Entwickelung der literarischen Zustände in Kärnthen“ (ebd 1852). Von seinen dramatischen Gedichten: „Das verletzte Gastrecht“, – „Wilhelm von Schärfenberg – und „Adolph von Nassau“, welche alle auf der Klagenfurter Bühne gegeben wurden, erschien Schärfenberg im Jahre 1843 in Wien im Drucke. In Handschrift hinterließ er eine „Kärnthnerische Literaturgeschichte“, bestehend in Biographien lebender und schon verstorbener, in Kärnthen geborener oder dort eingebürgerter Schriftsteller.
    Carinthia (Klagenfurt, 4°.) XLVIII. Jahrgang (1858), Nr. 13: Nekrolog von S. M. Mayer. [Band 11, S. 376]