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BLKÖ:Bretschneider, Friedrich Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 2 (1857), ab Seite: 139. (Quelle)
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Bretschneider, Friedrich Freiherr von (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, Stadtcommandant in Mailand, Ritter des Mar. Theresienordens, geb. zu Nassau-Usingen 1770, gest. zu Mailand 3. Juni 1846). Sohn des Folgenden. Trat in österreichische Militärdienste, und that sich schon am 19. April 1789 als Expropriis Gemeiner des Chevauxleger-Regiments Baron Levenehr durch seine Bravour hervor, indem er an diesem Tage bei Vallje-Szaka während eines Scharmützels mit den Türken auf eine feindliche Fahne losging, seine Pistole abfeuerte, und die Fahne dem Träger entreißen wollte. Er ward zwar umringt und überwältigt, hieb sich aber durch. Er ward nun Unterlieut. und bis 1799 Escadronscommandant, nachdem er den Revolutionskrieg in den Niederlanden mitgemacht hatte, und bei Boussut verwundet worden war. In den Schlachten bei Stockach, Bruchsal und Freisingen erwarb er sich die besondere Huld Sr. kais. Hoheit des Erzh. Karl und des FML. Prinzen Karl von Lothringen. Später gerieth er in feindliche Gefangenschaft. 1801 Major bei Erzherzog Karl-Uhlanen, machte er den Feldzug von 1805 mit, und avancirte 1807 zum Oberstlieut. 1809 zeichnete er sich bei Ramsau, wo er 14 bair. Chevauxlegers und 17 Pferde gefangen nahm, dann bei Rohr, Rottenburg, Landshut aus, und ward mehrmals verwundet. Im J. 1813 kam er als Oberst nach Steiermark und verrichtete im Vorpostendienste viele glänzende Thaten. Nachdem er zuerst den Ort Spital genommen, und dadurch den Feind vom linken Drau-Ufer vertrieben hatte, drang er durch die Engpässe des venetian. Gebirges bis Belluno, wo der Feind ihn erwartete. Er erstieg mit Anstrengung und Gefahr ein unwegsames Gebirge über Schnee und Eis, um dem Feinde in die Flanke zu fallen. Nun griff er Belluno selbst an, und warf den Feind mit dem Bajonette aus der Stadt. Nach Castel franco vorgerückt, bestand er abermals einen rühmlichen Kampf mit dem Feinde, und, gezwungen der Uebermacht zu weichen, zog er sich in größter Ordnung zurück, und hielt überdies den Feind ab, Bassano zu nehmen. Als dieser von der Wichtigkeit des Platzes überzeugt, dennoch angriff, schlug ihn B. nach viermaligem mörderischem Stürmen entschieden zurück. Geschütz und viele Gefangene fielen in seine Hände. Auch bei Caldiero und Rovigo zeichnete er sich aus. 1815 ward er Gen.-Major und erhielt das Ritterkreuz des Mar. Theresienordens. Beim wiederholten Ausbruch des Krieges stand er unter Bubna in Ober-Italien. Vor Lyon gerückt, wußte er sich auf dem Plateau von St. Alban tapfer zu behaupten. 1830 ward er FML. und Divisionär in Mailand, 1836 Festungscommandant in Piacenza, 1837 Stadtcommandant in Mailand, 1843 in den Freiherrnstand erhoben. Außer dem Mar. Theresienorden erhielt er noch Großkreuze mehrerer auswärtiger Orden, und ward durch Ernennung zum Ehrenmitgliede der Akademie der k. k. liberianischen und aretinischen [140] gel. Gesellschaft Toscana’s ausgezeichnet. (Betreffs der Memoiren seines Vaters und seines Antheils daran, siehe den folg. Art.).

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 509. – Wappen: Ein von Gold und Roth in die Länge getheilter Schild. An der rechten goldenen Schildeshälfte ein aus der Theilung hervorbrechender schwarzer halber Adler. Die linke rothe Schildeshälfte durchzieht ein silberner rechter Schrägebalken, zu beiden Seiten je von einem goldenen Sterne begleitet.