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BLKÖ:Bodei auch Boddei, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 11. (Quelle)
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Bodei auch Boddei, Anton (Arzt u. Naturforscher, geb. zu Nigoline im Brescianischen 1778, gest. zu Mailand um das J. 1818). Nachdem er in seiner Vaterstadt die lateinische u. italien. Literatur, dann Philosophie, Physik und Mathematik studirt hatte, bildete er sich an den Gymnasien zu Padua und Pavia weiter aus, wonach er (1797) die medicinische Praxis begann. Die politischen Ereignisse der damaligen Zeit ließen ihn nicht unberührt, und er ward in seiner Heimat zum Secretär „all’ ufficio di salute publica“ und zum Arzte bei der „Giuri di Leva militäre“ ernannt. Als im J. 1807 das Königreich Italien gegründet worden war, begab er sich nach Mailand, wo er in engen Verkehr mit den berühmten Aerzten der Hauptstadt trat. Ein Jahr später ward er Professor der Physik und Naturgeschichte am Lyceum zu Belluno und dann zu Urbino. Von da erhielt er den Auftrag, eine wissenschaftliche Reise nach Neapel zu unternehmen, die er für seine eigenen Kenntnisse und für die öffentlichen Sammlungen seines Vaterlandes fruchtbringend zu machen wußte. Er besah den Pausilipp, das bourbonische Museum, die ägyptische Galerie, die pompejanischen Alterthümer, die Bibliotheken, Akademien, geologischen und pathologischen Cabinete, den botanischen Garten, so wie alle andern Seltenheiten Neapels, und zuletzt auch den Vesuv. Nachdem er so drei Monate zugebracht, und sich mittlerweile Napoleons Schicksal entwickelt hatte, kehrte er, seiner Lehrkanzel in Urbino verlustig, in seine Vaterstadt zurück, wo er die ärztliche Praxis ausübte. Er gab in derselben so auffallende Proben seiner Kunst und der „Nuova dottrina Medica Italiana“, daß er als Professor der Chemie und Naturgeschichte an das k. k. Lyceum von St. Alessandro in Mailand berufen ward. Als solcher starb er, kaum 40 Jahre alt, eines frühen Todes, der ob des Verlustes, den die Wissenschaft erlitt, allgemein beklagt wurde. Er hinterließ folgende Schriften: „Dell abuso dell’ imaginazione considerato negli antichi sistemi e dei veri mezzi di coltivare la filosofia“ (Mailand); – „Alcuni cenni sulle produzioni naturali del dipartimento del Metauro“ (Urbino); – „Della costituzione infiammatoria dominante in alcuni paesi dell’ Italia“; – „Quistioni di medicina teorico-pratica“, ein Werk, das seinen Ruf als Arzt mitbegründen half, und theilweise erst nach seinem Tode gedruckt [12] ward. Endlich finden sich von ihm noch zerstreute naturwissenschaftliche und medicinische Aufsätze, sowie er sich auch nicht ohne Glück in der Poesie versuchte (Elegie auf den Tod eines Freundes).

Commentari dell’ Ateneo di Brescia per l’anno academ. 1824 (Brescia 1825, Nicolo Bettoni et Comp.) S. 52 (Von Andreas Nulli); und dieselben per l’anno 1837, S. 235 (von Dr. Schivardi).