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BLKÖ:Bob, Franz Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 2. (Quelle)
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Bob, Franz Joseph (Schriftsteller, geb. zu Dauchingen, unweit der v. ö. Stadt Villingen, 31. Oct. 1733, gest. 19. Febr. 1802). Besuchte die Humanitätsschulen in Villingen und Rottweil, die philosophischen zu Solothurn, die theologischen drei Jahre in Freiburg und ging dann zur Jurisprudenz über. Im Jahre 1756 begab er sich nach Wien, wo er seine jurid. Studien 1760 vollendete. Im J. 1762 erhielt er daselbst die Stelle eines Stadtgerichtsschreibers und wurde bald darauf Concipist beim Wiener Magistrate; 1767 folgte er einem Rufe als Professor der Rhetorik nach Freiburg u. vertauschte im J. 1775 diese Stelle mit einer Professur der Polizei- u. Cameralwissenschaft; nach und nach wurde er daselbst Director des akademischen Gymnasiums, ein paar Male Decan der philosophischen Facultät und im Jahre 1776 Rector Magnificus der Hochschule zu Freiburg. In Folge seiner Verdienste erhielt er den Titel eines k. k. Rathes. Er beschäftigte sich viel mit der schönen Literatur und dichtete, solange er nur die Werke Gottscheds kannte; als er aber die besseren Muster kennen gelernt, legte er die Leier nieder und schrieb nur in Prosa. Als der berühmte Van Swieten mehrere deutsche [3] Gelehrte nach Wien zog und Riegger aus diesen die „deutsche Gesellschaft“ bildete, wozu Männer wie Sonnenfels, Martini u. a. zählten, ward auch Bob Mitglied derselben, die in der damaligen Epoche des erwachenden literar. Lebens ein eigenthümliches, in der Geschichte der geistigen Entwicklung Oesterreichs hervorragendes, weiterer Erörterungen werthes Element bildete. Bobs schriftstellerische Thätigkeit umfaßt die Sprach-, Rechtswissenschaft und Aesthetik. Aus dem Gebiete der erstern erschien von ihm: „Anleitung zur deutschen Rechtschreibung“ (Wien 1768, Trattner, gr. 12°.); – „Die nothwendigsten Grundsätze der deutschen Sprachkunst“ (Freiburg 1771, Wagner, 8°.; dasselbe im Auszuge Ulm 1778, Stettin, 8°.); – „Erste Anfangsgründe der deutschen Sprache, mit einem orthographischen Wörterbuche“ (Freiburg 1780, Wagner, 8°.), das Wörterbuch ist auch selbständig erschienen. Von seinen ästhetischen Schriften sind anzuführen: „Antrittsrede von dem Vorurtheile wider die Neuerung in den Wissenschaften“ (Freiburg 1768 und 1779, Wagner, 8°.); – „Von den Kunstrichtern“ (ohne Angabe des Ortes u. J.); – „Von dem, was die Menschen Humor nennen, philosophische Betrachtungen“ (Freiburg 1769); dann: „Neue philosophische Betrachtungen von dem, was die Menschen Humor nennen“ (Ebenda 1779, 2 Bde.). Seine staatswissenschaftlichen und politischen Schriften sind: „Von dem Systeme der Polizeiwissenschaft“ [nach Sonnenfels] (Freiburg 1779, 2. Aufl., 8°.); und „Sendschreiben an Erich Serrati, über seine Frage: Warum soll ich ein Freimaurer werden?“ (Im Orient [Freiburg] 5786, Wagner). Außerdem betheiligte sich Bob mit literarischen Arbeiten an der „Welt“ und dem „Oesterreichischen Patrioten“. Von seiner Feder sind endlich die gelehrten Artikel im „Wiener Diarium“ 1765 und 1766.

(De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1776, Ghelen, 8°.) I. Bdes. 1. St. S. 34. – Meusel (J. G.), Das gelehrte Deutschland (Lemgo 1783, Meyer, 4. Aufl.) I. Bd. S. 141. Zweiter Nachtrag (Ebenda 1787) S. 26. – Gervinus (G. G.), Geschichte der deutschen Dichtung (Leipzig 1853, Engelmann, 4. verb. Ausg.) IV. Bd. S. 352. – Kayser (Christian Gottl.), Vollständiges Bücher-Lexikon (Leipzig 1834, 4°.) I. Bd. S. 296.