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BLKÖ:Bitterl Edler von Tessenberg, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 414. (Quelle)
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Bitterl Edler von Tessenberg, Franz (Hofrichter der Staatsherrschaft Goeß in Steiermark, geb. in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhund., gest. (?). Zeichnete sich bei dem 1797 erfolgten ersten Einfalle der Franzosen in Steiermark durch den Eifer aus, womit er die über 300,000 fl. starke Amtscasse zu retten wußte. Es bestand dieser Vorrath aus Rent-, Waisen- und Judicial-Depositen, sowie aus dem Vermögen von allen Vogteikirchen, so daß er also dadurch nicht nur vieles Privateigenthum rettete, sondern auch dem Religionsfonde einen höchst wichtigen Dienst geleistet hat. Als später Massena der Stadt Leoben eine Kriegscontribution von 20,000 fl. auferlegte, wovon 2000 fl. auf den Bezirk Goeß fielen, bewirkte B. durch Vorstellungen an den General, daß der Bezirk davon verschont blieb. Am 9. April dess. Jahres kam der Obergeneral Bonaparte selbst nach Goeß, um dort die Friedensunterhandlungen zu leiten. B. verlebte nun 19 schwere Tage, während welcher er alle seine Kräfte aufbieten mußte, um den Bezirk vor Unordnungen, Erpressungen, Brandschäden zu bewahren, was ihm zum größten Theile auch gelang. Später half er rührig die Verpflegung kais. Truppen fördern, und er erwarb sich selbst den Ausdruck des allerhöchsten Wohlgefallens. Im J. 1809 war er bei der Organisirung des Landsturmes thätig. Ein ganz besonderes Verdienst aber erwarb er sich in diesem Jahre, als er das unter französischer Verwaltung stehende, schlecht betraute Militärspital in Goeß, dem Flehen der Kranken nachgebend, mit geringerem Pachtschilling übernahm, und den Unglücklichen ihr hartes Loos erleichterte. Trotz humaner Freigebigkeit, die im Leidenshause am rechten Platze war, erübrigte er noch einen Ueberschuß von 1513 fl., den er zur bessern Dotirung des Localspitals verwendete. Ueberdies ward er zu mehreren wichtigen Commissionen verwendet. In Anerkennung dieser Verdienste ward ihm 1814 der Adelstand verliehen.

Hellbach (Joh. Christian v.), Adels-Lexikon (Ilmenau 1825, Voigt) I. Bd. S. 146. – Adelstands-Diplom vom 25. Februar 1814. – Wappen: Ein gold- und blauviergetheilter Schild. Im ersten und vierten Felde ein auffliegender schwarzer Adler; im zweiten und dritten ein Hirsch in natürlicher Farbe auf schroffem Fels.