Zum Inhalt springen

BLKÖ:Biedermann, Wolfgang

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Biehler, Ludmilla
Band: 1 (1856), ab Seite: 387. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Wolfgang Biedermann in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Biedermann, Wolfgang|1|387|}}

Biedermann, Wolfgang (k. k. Artillerie-Hauptmann, Commandant einer Raketenbatterie, geb. zu Trebendorf in Böhmen 1804, gest. zu Theresienstadt 23. Nov. 1850). Im Jahre [388] 1821 als Freiwilliger zum Feuerwerkscorps engagirt, that er sich stets sowohl durch seine Talente als auch sein musterhaftes Betragen hervor. Die Kämpfe der Jahre 1848 und 1849 gaben ihm Gelegenheit, auch seine persönliche Tapferkeit zu zeigen; so im Straßenkampfe zu Mailand, beim Rückzuge aus dieser Stadt, in den Gefechten von Goitò, Sommacampagna und Mantua, beim Sturm auf Vicenza, wo er den tapfern Hauptmann Schneider mit seinen Raketen erfolgreich unterstützte, endlich auch im zweiten Feldzuge gegen Piemont. Er machte sich in allen diesen Affairen durch Ausdauer und Kaltblütigkeit so bemerkbar, daß er mehrmals unter den Ausgezeichneten der italienischen Armee genannt ward. Auch in Ungarn wirkte er noch in den Gefechten bei Szegedin und Temesvár rühmlich mit. Der Lohn dieser Verdienste war die Verleihung des Ritterordens der eisernen Krone und des Militärverdienstkreuzes. Aber er war ein gar anspruchsloser Mann, und auch in seinem Privatleben entwickelte er die glänzendsten Eigenschaften, darunter Bescheidenheit und Herzensgüte nicht die letzten waren. Ein Zug für viele: Er überließ seinem jüngeren Bruder, als dieser sich kurz vor seinem Tode verehelichte, den auf ihn entfallenden väterlichen Erbantheil von 3000 fl. ohne Weiteres mit den Worten: „Ich bin k. k. Hauptmann, meines allergnädigsten Herrn und Kaisers Gnade hat mich versorgt, ich brauche nichts weiter ... du kannst es besser brauchen.“ Obwohl seit der Rückkehr aus Italien kränkelnd, oblag er doch fortwährend seiner Dienstespflicht, bis er zusammenbrach.

Oestr. Soldatenfreund (Wien 4°.) 1850, S. 649.