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BLKÖ:Bemb, Franz Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Benâczy, Franz von
Band: 1 (1856), ab Seite: 256. (Quelle)
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Bemb, Franz Johann (Abt von Georgenberg in Tyrol, geb. zu Wien 1669, gest. zu Anraß im tyrolischen Pusterthale 14. Dec. 1731). Sohn vermöglicher bürgerlicher Eltern, welche den Eintritt desselben in den geistlichen Stand wünschten und förderten, obgleich B. gar keinen Beruf dazu zeigte, und ihm die zweite türkische Belagerung Wiens durch den Vezir Kara Mustapha günstige Gelegenheit bot, seinem Wunsche, Soldat zu werden, nachzukommen. Bei dieser Belagerung hatte sich Student Bemb so ausgezeichnet, daß Stahremberg, der überdieß B.’s Vater kannte, auf den Jüngling aufmerksam wurde. Bem erhielt vorerst ein Fähnlein, und nachdem er sich bei Barkan, wo Stahrembergs Besonnenheit dem Könige [257] Sobieski, dadurch daß er ihm das Leben rettete, den Dienst vergalt, den er der Stadt Wien erwiesen, bei Ofen und 1688 bei Belgrad auszeichnete, wurde Bemb der erste Platzlieutenant Belgrads. Auf seiner Eltern Wunsch nahm nun Bemb eine Frau, mit welcher er zwei Söhne hatte. Die mittlerweile mit den Türken gepflogenen Friedensunterhandlungen waren erfolglos geblieben, die Unruhen begannen wieder, und 1690 bedrohte der Großvezir die Stadt Belgrad. Eine in das Pulvermagazin der Stadt gefallene türkische Bombe machte den Großvezir zum Herrn der Stadt, Alles ward niedergemetzelt, und Bemb sah es, wie seine Familie in Feindesmacht gerieth. Seines Dienstes Pflicht hatte ihm die Möglichkeit geraubt, den Seinen zu Hülfe zu eilen. Im Schmerz um den Verlust von Weib und Kindern litt es ihn nicht mehr in seinem Stande; er nahm Abschied, wurde nun, was seine Eltern längst gewünscht, Geistlicher, und trat in das Benedictinerkloster Georgenberg (in Tyrol zwischen Rattenberg und Schwatz gelegen). Unter dem Klosternamen Cölestin ward B. vom Abte aufgenommen, und stieg im Kloster von Stufe zu Stufe, bis er 1704 Abt wurde. Den Einfluß, den Bemb bei der Vertheidigung Tyrols im Unterinnthale gegen Max Emanuel und Vendome, welche vereinigt in Tyrol eingefallen, behauptet und wodurch der Feinde Vorhaben vereitelt worden, hatte wesentlich zu B.’s Abtenwahl beigetragen. Als das Kloster 1705 ein Raub der Flammen wurde, hatte Bemb die Prälatur in der Ebene zu Fiecht (1707–1709) ganz neu aufgebaut. Da ereignete sich nach 20 Jahren (1710) das Niegehoffte: Bemb’s Frau und Söhne, welche bei jener Metzelei in Belgrad verschont geblieben, waren aus der Sclaverei in Constantinopel entkommen, und nach Fiecht zu Cölestin geeilt. B. wurde von diesem Ereignisse so ergriffen, daß er das Kloster plötzlich verließ und mit seiner Familie nach Salzburg floh. Das Kloster, das Bemb’s Lage erkannte und würdigte, bot ihm eine Unterstützung an, B. schlug alles aus und ernährte sich kümmerlich als Schulmeister in Oberkärnthen, später zu Anraß im Pusterthale. Selbst die unter Obedienz ihm vom Bischof von Brixen aufgedrungene Unterstützung lehnte er mit den Worten ab: „sonst müsse er die Seinen verlassen, und flüchten an’s Ende der Welt“ Er starb 62 Jahre alt; der Stiftsnekrolog meldet seinen Tod mit den Worten: „Plenus virtutum obiit;“ seine Flucht aus dem Kloster berichtet dieses Document folgendermaßen: Sub eo quartum incendium passum est monasterium in monte S. Georgii. Novum ad pedem montis in Fiecht excitavit Cölestinus 1707, primum 1709 inhabitari coeptum. 1710 abbatiam deseruit.“

Archiv für Geogr., Hist., Staats- u. Kriegskunst (Wien 1822, 4°.) XIII. Jahrg. Nr. 144, 145.