Zum Inhalt springen

BLKÖ:Bandiera, Franz Freiherr von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
Band: 1 (1856), ab Seite: 141. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Francesco Bandiera in Wikidata
GND-Eintrag: 116048263, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Bandiera, Franz Freiherr von|1|141|}}

Bandiera, Franz Freiherr von (Contre-Admiral, geb. zu Venedig 24. Mai 1785, gest. auf seinem Landgute Carpenede unweit Mestre den 16. Sept. 1847). Trat im Jahre 1800 als Marine-Cadet in östr. Dienste, kam aber nach dem Preßburger Frieden, in welchem Oesterreich den nach dem Luneviller Frieden behaltenen Theil des venetianischen Gebietes an Frankreich verlor, unter französische Regierung, die ihn als Fregatten-Lieutenant übernahm. Nach dem Pariser Frieden kam er in gleicher Eigenschaft an Oesterreich zurück, und begleitete 1817 die mit Don Pedro von Brasilien per Procuration vermälte Erzh. Leopoldine von Oesterreich auf der Fregatte Augusta nach ihrer neuen Heimat. Nach den in Neapel 1821 ausgebrochenen Unruhen segelte er auf der Fregatte Austria dahin ab. B. wurde nun im J. 1828 Corvetten-Capitän, erhielt 1828 den Orden der eisernen Krone 2. Classe, 1829 das Commandeur-Kreuz des Leopold-Ordens und das Commando einer Schiffsabtheilung im Westen; wurde im Jahre 1831 Fregatten-Capitän, 1833 Schiffscapitän und 1839 Contreadmiral. B. führte 1840 die Expedition in die Levante, und nahm an der Eroberung von Tripoli, Saida, Beirut und St. Jean d’Acre den rühmlichsten Antheil, so daß ihn für seine Verdienste der Kaiser durch den Orden der eisernen Krone erster Classe, und auch die Monarchen von Rußland, England, Preußen, Griechenland und der Sultan durch Decorationen auszeichneten. Das traurige Loos, welches seine beiden Söhne: Attilius und Emil getroffen (s. die folgenden), beugte den alten Seehelden nieder, und er trat 1844 in den Ruhestand, in welchem ihn nach 3 Jahren das immer zunehmende Gemüthsleiden (im Alter von 68 J.) tödtete.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien [142] 1851) I. Bd. S. 227 (Artikel von Stk.). – Pierers Universal-Lexikon (Altenburg 1840) III. Bd. S. 366.