Zum Inhalt springen

BLKÖ:Ballagi, Moriz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Balla, Karl
Nächster>>>
Ballerini, Peter
Band: 1 (1856), ab Seite: 134. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Moritz Bloch in der Wikipedia
Moritz Bloch in Wikidata
GND-Eintrag: 11756169X, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Ballagi, Moriz|1|134|}}

Ballagi, Moriz [der magyarisirte Name für Bloch] (Philolog, correspondirendes Mitglied der ungarischen Akademie, geb. zu Tarnoka im Zempliner Comitat 17. April 1816). Studirte als Israelite den Talmud und die lateinischen Classen ohne fremde Unterstützung blos durch seinen Privatfleiß. Die philos. Studien hörte er 1836–37 zu Pápa unter Ludwig Tarczy. Um seine Kenntnisse zu bereichern, zog er 1839 nach Deutschland, wo er zur evangelischen Kirche übertrat. Während seines Aufenthalts in Paris erlernte er die griechische u. die orientalischen Sprachen, schrieb das von seinem Freunde Vajda herausgegebene Werkchen: „A’ Zsidókról,“ d. i. zur Emancipationsfrage der Juden 1840) und lebte, in’s Vaterland zurückgekehrt, in Pesth. Seiner wissenschaftlichen Bildung und patriotischen Neigung zufolge entwickelte er im Felde der ungarischen Literatur eine große Thätigkeit, indem er seine philologischen und philosophischen Kenntnisse in zahlreichen Arbeiten der Lesewelt mittheilte, in denen allen aber der Geist der deutschen Philosophie vorherrschend und die Absicht, seine einstigen Glaubensgenossen zu magyarisiren, der leitende Gedanke ist. Seine vorzüglicheren Werke sind: „Móses öt könyve,“ d. i. die fünf Bücher Moses, mit Anmerkungen (1–5. Bd., 1840–43); – „Uj kimeritő magyar-német és német-magyar zsebszótár,“ d. i. neues ausführliches ungarisch-deutsches u. deutsch-ungarisch. Taschenwörterbuch (Pesth 1843–1844); – „Magyar példabeszédek közmondások,“ d. i. Sammlung magyar. Sprüchwörter (Pesth 1850); – in deutscher Sprache: „Ausführliche theoretisch-praktische Grammatik der ungar. Sprache.“ Im J. 1845 wurde er auf dem ev. Gymnasium von Szarvas Lehrer der Mathematik, später Rector und erwarb sich als solcher allgemeine Achtung und Liebe bei seinen Hörern und Collegen. In der Revolution 1848 nahm er als Secretär Dienste im Kriegsministerium. Am 5. Sept. 1840 wählte ihn die ungarische Akademie zum correspondirenden Mitgliede. Entschieden sind B.’s Verdienste um die magyar. Sprache und Literatur. Seine Sprachlehren und Wörterbücher gelten als die besten Werke dieser Art.

Ujabb kori ismeretek tára, d. i. ung. Conversations-Lexikon [135] der neueren Zeit (Pesth 1850, Heckenast) I. Bd. S. 291.