Zum Inhalt springen

BLKÖ:Amigoni, Jakob

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Amerling, Karl
Nächster>>>
Amoretti, Karl
Band: 1 (1856), ab Seite: 31. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Jacopo Amigoni in der Wikipedia
Jacopo Amigoni in Wikidata
GND-Eintrag: 118812343, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Amigoni, Jakob|1|31|}}

Amigoni, Jacopo (Maler, geb. zu Venedig 1675, gest. zu Madrid 1752, nach Angabe des Conv.-Lex. 10. Auflage 1747). Schon als Knabe malte A. Figuren und kleine Skizzen, welche deutlich dessen Anlagen verriethen. Er widmete sich der Kunst und das Beispiel der Maler Rizzi, Diziani, Canaletto, sämmtlich Venetianer, welche Europa durchreisten und überall Ehren, Ruhm und Geld ernteten, weckte des Jünglings Wandertrieb und er ging auf Reisen. Besonders fesselte ihn das Colorit der vlaemischen Maler, die auf seine Arbeiten nicht ohne Einfluß blieben. Er reiste nach London, wo sein Porträt eines italienischen Musikus in der vornehmen Welt Aufsehen machte und Alles von A. gemalt sein wollte. – Von Amigoni’s Arbeiten befinden sich seine „Geschichte der Judith“ und die „Jupiter und Io“ beide in England, erstere in Powi House, letztere in More Park in Hertfordshire. Er kehrte nun nach Venedig zurück, und unter andern arbeitete er einen „heil. Franziscus von Sales,“ der sich in der Sacristei der Kirche alla Fava befindet. Nun berief ihn Philipp V. von Spanien an seinen Hof, ernannte ihn zum Hofmaler, und dort schloß A. innige Freundschaft mit dem berühmten Sänger Farinelli, dessen Haus in Bologna voll von A.’s Bildern war; darunter befanden sich auch alle Bilder, welche Farinelli’s Empfang bei den verschiedenen europ. Höfen vorstellten. In Madrid endete A. sein Leben im Alter von 77 Jahren. Einige Bilder A.’s kommen auch in Kirchen Baierns und in der Schleißheimer Gallerie vor. Von seinen Arbeiten sagt Lanzi: „alla moltitudine non si puo quasi presentare piu gaia cosa che una sua pittura.

Gamba (Barth.), Galleria dei Letterati ed Artisti illustri delle Provincie Veneziane nel secolo XVIII (Venedig 1824. 2 Bde. 8°.). Daselbst befindet sich auch A.’s Porträt von Musitelli gest. – Longhi. Vita de’ Pittori di Storia (Venezia 1762 Fol.). – Zanetti. Pittura Veneziana (Ven. 1771. 8°.). – Lanzi. Storia pittorica. – Biograph. univers. Artikel von Artaud. – Heineken, Dictionnaire des artistes. – Ein zweites Bild A.’s, das er selbst gezeichnet, ist von Franz Xav. Jungwirth radirt.