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BLKÖ:Alvinczy von Barberek, Joseph Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Altschul, Elias
Band: 1 (1856), ab Seite: 22. (Quelle)
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Alvinczy, von Barberek, Joseph Freiherr von (Feldmarschall, Großkreuz des Mar. Theresien-Ordens, geb. zu Alvincz 1. Febr. 1735, gest. zu Ofen 25. Sept. 1810). A. ist der letzte seines Geschlechts, ward mit 15 Jahren Soldat, diente mit Auszeichnung im siebenjährigen Kriege, avancirte zum Obersten im 19. Inf.-Regmte. und ward 1786 dessen Inhaber. Er focht im bairischen Erbfolgekriege und unterrichtete den nachmaligen Kaiser Franz in der Taktik. Unter Loudon nahm er am Türkenkriege Theil, focht mit Auszeichnung in den Feldzügen des Revolutionskrieges in den Niederlanden 1792–1794; bei Neerwinden erhielt er das Commandeur-, bei Charleroi das Großkreuz des Theresienordens; 1795 commandirte er am Oberrhein, 1796 übernahm er das Heer in Tyrol von Beaulieu, ordnete und bildete es von Neuem und organisirte den Tyroler Landsturm. Endlich im Spätherbst 1796 übernahm er den Oberbefehl des Heeres in Italien, um Mantua’s Befreiung zu erwirken. Er war Sieger bei Scaldaferro, Bassano, Vicenza, doch für Oesterreich nachtheilig fielen aus die Schlachten von Arcole 15. Nov. 1796, Rivoli 14., 16. Jän. 1797 und Montebaldo, welche eines glücklichern Erfolges würdig gewesen wären. Nun übernahm der Erzherzog Karl das Commando der Armee in Italien, und A. ging als commandirender General nach Ungarn. Im Jahre 1808 erhob ihn der Monarch zum Feldmarschall, auch schenkte er ihm eine Herrschaft im Banate. Alvinczy’s Wahlspruch war: Justitia virtutum comes, den er sein ganzes Leben hindurch bewährte. Ein Vater seiner Soldaten, war er freigebig und allgemein geliebt; im Umgange theilnehmend, ein feiner Weltmann und aufmerksam auf Alles, was ihn umgab. Einen interessanten Vorfall aus dem Leben des FM., aus der Zeit des Kriegs in Tyrol, enthält das Feuilleton der „Oestr. Zeitung“ 1854 und der Brünner „Omnibus“ vom 29. Juni 1854. Als der Hofkriegsrath dem Kaiser Franz I. den Tod A.’s meldete, der 60 Jahre dem Staate mit der wärmsten Anhänglichkeit gedient, schrieb der Monarch eigenhändig auf die Anzeige: „Ich bedaure sehr den Verlust dieses treuen und rechtschaffenen Dieners.“

J. Ritter von Rittersberg: Biographien der ausgezeichnetsten verstorbenen und lebenden Feldherrn der k. k. östr. Armee, aus der Epoche der Feldzüge 1788-1828 (Prag 1828) S. 55, wo sich auch sein Porträt befindet. – Oestr. milit. Zeitschrift Jahrg. 1813. II. Bd. 2. Abthl. S. 79. – J. Ritter von Rittersberg, Histor. Mil.-Almanach des 16., 17., 18., 19. Jahrhunderts (Prag 1825) S. 441. – Oestr. Nat. Encyklopädie I. Bd. – Willibald von der Lühe, Militär-Conversations-Lexikon (Leipzig 1833). [23] – Botta: Storia d’Italia II. Bd. S. 92. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 64.