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BLKÖ:Šetlik, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Seth, Ephraim
Band: 34 (1877), ab Seite: 161. (Quelle)
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Šetlik, sprich: Schetlik, Joseph (Schulmann, geb. zu Pardubitz[WS 1] in Böhmen 1. April 1833, gest. zu Klagenfurt 13. April 1860). Nachdem er die Ortsschule besucht, bezog er in Prag die Realschule und technische Anstalt. Im Jahre 1853 beendete er seine Studien, nun hörte er Mineralogie unter Krejci, erlernte deutsche und čechische Stenographie, die englische und französische Sprache. Da ihn das industrielle Gebiet vor Allem anzog, machte er vorerst Reisen, um die Fabriken und Arbeiterstätten durch den Augenschein kennen zu lernen. Nach seiner Rückkehr trat er als Arbeiter in der Maschinenwerkstätte bei Hiller in Chlum ein, arbeitete in derselben mehrere Monate, dann trat er in eine andere Werkstätte über, und blieb daselbst, bis er im October 1854 die Stelle eines Supplenten an der Realschule in Rakownitz erhielt, wo er im Zeichnen, Mathematik, im Baufache und Stenographie Unterricht ertheilte. Die nächsten Ferien benutzte er, um in Prag [162] bei Popp das Modelliren zu erlernen. In den nächstfolgenden Jahren unterwies er außer den bereits genannten Gegenständen noch in der Mechanik und beschreibenden Geometrie. Im April 1856 legte er in Wien die Staatsprüfung ab, und erhielt darauf das Lehramt in Klagenfurt, wohin er sich noch im October desselben Jahres mit seiner eben erst geehelichten Gattin Beatrix, eine Tochter des Dr. Wenzel Stanek, begab. Im Jahre 1858 nahm er zur weiteren Ausbildung einen einjährigen Urlaub und reiste mit seiner Frau nach Paris, wo er den Studien der höheren Mechanik oblag. Die politischen Wirren, da zwischen Frankreich und Oesterreich die Feindseligkeiten begannen, unterbrachen seine Studien, und nöthigten S. Paris zu verlassen Er machte nun Reisen durch Belgien und Deutschland mit nächstem Hinblick auf seinen Beruf und seine Studien. Auf seiner Heimreise hielt er am 2. September 1859 auf einer Versammlung des Prager Gewerbevereines einen Vortrag über die Ergebnisse seiner Reise, und kehrte dann nach Klagenfurt zurück, um sein Lehramt wieder zu übernehmen. Daselbst hielt er am 27. November im Gewerbeverein auch einen öffentlichen Vortrag, gleichfalls über seine Reisen, und die auf denselben gewonnenen Resultate, welcher in den Verhandlungen des Vereines abgedruckt steht. Nun erfolgte seine Ernennung für das Lehramt der beschreibenden Geometrie und Mechanik in Brünn. Mittlerweile aber trat ein Leiden hervor, in Folge dessen ihn die Aerzte in ein Bad schickten, aber es kam gar nicht zur Badereise, denn in Prag bereits starb S., 27 Jahre alt. In Handschrift hatte er eine Mechanik, in čechischer Sprache geschrieben, hinterlassen. In S. ist in seinem Fache ein vielversprechendes Talent zu früh hingerafft worden.

Posel z Prahy, d. i. Der Bote aus Prag (4°.), 1860, Heft 8, S. 273: „Josef Šetlik“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Parbubitz.