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Aus dem nordamerikanischen Lagerleben

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Textdaten
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Titel: Aus dem nordamerikanischen Lagerleben
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 31, S. 496
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1861
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[496] Aus dem nordamerikanischen Lagerleben. Das fünfte pennsylvanische Regiment, das auf den schönen Fluren Virginiens sein Feldlager, „Camp McDowell“, aufgeschlagen hat, weiß sich die Zeit der Unthätigkeit und des langweiligen Friedens mitten im Kriege dadurch zu verkürzen, daß es eine Zeitung herausgiebt, eine Zeitung, geschrieben, redigirt, gesetzt und gedruckt in den Kriegszelten. Das Blatt trägt den Namen des Regiments: „the Pennsylvania Fifth“; es stattet den genauesten Bericht über alle Ereignisse im Lager ab, giebt Aufschluß über den militairischen Stand der Dinge, ergeht sich in poetischen Ergüssen und wird von jedem einzelnen Soldaten an Eltern und Liebchen, an Geschwister und Freunde daheim anstatt der Briefe gesandt. Sein Inhalt ist abwechselnd geharnischt und zart idyllisch gehalten und sowohl in deutscher als englischer Sprache geschrieben. Seine erste Nummer flog mit einem Gedicht an bethaute Blumen in die Welt hinaus.

Bis dahin war es nicht Neues, daß die Pioniere, wenn sie in die Wildnisse des Westens zogen, das Inventar einer ganzen Druckerei mühsam mit sich fortschleppten und Kasten und Presse beim ersten Block ihrer Hütte aufschlugen, der Ansiedlung den Namen gaben und denselben mit dem ersten Morgenroth aus der freien Presse des Urwalds der übrigen lebenden Welt verkündend hervorgehen ließen. Eine Zeitung aus dem Kriegsgetümmel, geschaffen unter Trommelschlag und Musketengeknatter, von den Händen der kriegerischen Helden, war noch nicht dagewesen, und es gebührt der Ruhm dafür einem deutsch-amerikanischen Regiment Pennsylvaniens. Diesem praktischen Anfang werden noch viele folgen, und wir hoffen manch siegverkündendem Blatt aus dem freien Lagerleben von Columbia’s Fluren zu begegnen und es zu begrüßen mit einem: „Heil der freien Feldpresse!“