Zum Inhalt springen

Aus dem Leben Albert Lindners

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Aus dem Leben Albert Lindners
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 17, S. 291
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[291] Aus dem Nachlasse Albert Lindners, des verstorbenen unglücklichen Dichters, theilen wir einige Lieder mit, welche beweisen, daß der preisgekrönte Dramatiker auch stimmungsvolle lyrische Gedichte zu schaffen verstand.


Waldsegen.

Die stillen Sonnenlichter
Spielen im Waldesdom;
Weit unten im Thale gleißet
Von ihrem Gold der Strom.

5
Mit meines Herzens Schlägen

Allein, so weit ich späh’!
Fernab in der Schlucht nur wiegt sich
Lautlosen Flugs die Kräh’.

Ist’s doch, als raunte leise

10
Der Wald mir etwas zu.

Sei nur fein still, mein Herze,
Vielleicht vernimmst es du.
„Ich bin des Ew’gen Priester,
Lad’ dich zur Beicht’ herein.

15
Mein Schweigen ist meine Sprache,

Will nur verstanden sein.

Ich soll dich freundlich locken,
Du armes Menschenherz,
Daß still du hier dein Sorgen

20
Abthust und deinen Schmerz.

Und willst du’s auch nicht geben,
Du trotz’ger Menschensinn,
Schenk’ ich dir doch den Frieden,
Weil ich der Friede bin.

25
Gestein und Moos und Welle

Wollen zu Diensten sein.
Schütt’ hin, schütt’ hin dein Grämen,
Die sargen’s treulich ein.
Die Blätter läutens’s zu Grabe,

30
Und weiter wird’s nicht kund;

Der braucht die Welt nicht weiter,
Wer mit dem Wald im Bund.“


Wiesenbach.

Das Bächlein rauscht durch Wiesengrund
Geschwätzig hinab zu Thale,
Putzt sich mit Schilf und Blumen bunt,
Schminkt sich mit dem Sonnenstrahle.

5
Und wo ein Zweig sich niederbiegt,

Da muß es küssen und kosen;
Und wo ein Stein im Wege liegt,
Da muß es zanken und tosen.

„Wohin?“ fragt Schilf und Blümelein,

10
„Komm, spiel’ mit uns, Geselle!“ –

„„Muß rauschen in die Welt hinein,
Muß wachsen zur Meereswelle!““

Und Blümchen sagt ihm still Lebwohl,
Das Schilf empfiehlt sich neigend.

15
Die Erle steht gedankenvoll

Daneben, und vornehm schweigend.