Zum Inhalt springen

Aus dem Gedenkbuche der Gartenlaube (47/1859)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: Max Wirth
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Aus dem Gedenkbuche der Gartenlaube
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 47, S. 677
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1859
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[677]
Aus dem Gedenkbuche der Gartenlaube.

Deutschland – dieser urkräftige Volksorganismus mit seiner naturwüchsigen, wirthschaftlichen Entwickelung, mit seiner schöpferischen Productionskraft, mit der Tiefe seiner Wissenschaft, mit dem Reichthum seiner Industrie und der Fülle seiner Kunst, mit seinen Söhnen voll Kraft und Muth, mit seinen Frauen voll Schönheit, Verstand und Herzensgüte, dem Gegenstande der Verehrung für die Völker der Erde, dem Hort der Familie, dieser Stütze der Staaten, dieses begabte, treuherzige, fleißige, nach dem Ideal der Menschheit strebende Volk, – dieses Volk, welches einst schon für die Gewissensfreiheit der Welt gekreuzigt wurde, – dieses Volk, welches der Palme gleich aus allem Ungemach immer mit neuer Kraft wieder emporschnellte, – glaubt ihr, es könne untergehen? Nein, unaufhaltsam naht der Tag, wo es als Ganzes der Welt gegenübertritt und in der Herrlichkeit seiner Macht den Frieden Europa’s und den unaufhaltsamen Fortschritt der Civilisation dictirt, – unaufhaltsam naht der Tag, wo das deutsche Volk, an der Spitze der Culturbewegung stehend, eine neue Welt – das von den Dichtern einst geträumte goldene Zeitalter – herbeiführen hilft. Dann, mein Deutschland, wenn dein mächtiges Schwert alle Frevler, welche die Ruhe Europa’s und das Glück seiner Völker aus Habsucht und Herrschbegier anzutasten wagen, zu Boden geschlagen hat, wenn du als heiliges, unantastbares Asyl der Gerechtigkeit über den Frieden Europa’s waltest, dann mag dein reiches inneres Leben immer schönere und mannichfaltigere Blumen der Humanität treiben, dann mögen in Wissenschaft, Literatur, Kunst und geselliger Freude immer neue, beglücktere Gefilde sich entfalten, daß deine schöpferische Geisteswelt sich gleich der Stimme des Propheten über die Erde ergießt, und die Völker zu dir aufblicken, wie zu einer Stätte des Heils.

Die große Zeit ist dann gekommen, wo der Wunsch des Dichters in Erfüllung geht:

„Ein einig deutsches großes Reich,
Ein Recht, vor dem wir alle gleich,
Ein Volk so stark als reich an Zucht,
Sein Wort voll Mark, sein Schwert voll Wucht,
Das helf’ uns Gott – und dann genug!“

Aus Max Wirth’s neuerschienenem Buche: „die deutsche Nationaleinheit.“