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Auge und Zahn

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Auge und Zahn
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 42, S. 724
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[724] Auge und Zahn. Die Volksmedizin schreibt den Zähnen einen besonderen Einfluß auf die Augen zu. Namentlich die „Augenzähne“ (der linke und rechte obere Eckzahn) sollen sich in dieser Beziehung auszeichnen und beim Kommen, Verderben und Gehen dem Auge sehr gefährlich werden können. Ist an diesem alten Volksglauben etwas Wahres oder soll man diese Ansicht in die Rumpelkammer des Aberglaubens verweisen? Dr. N. Feuer, Lehrer an der Universität Budapest, hat allerdings diese Frage kritisch beleuchtet und seinen Ausführungen entnehmen wir, daß bestimmte Beziehungen zwischen Zahn- und Augenleiden wohl vorhanden sind. Sie kommen allerdings nicht so oft vor, als man im Volke glaubt, können aber mitunter so schwere Folgen nach sich ziehen, daß sie unsere Aufmerksamkeit wohl verdienen.

In einer ganzen Anzahl von Fällen wurde mit Bestimmtheit nachgewiesen, daß verdorbene, kranke, entzündete Zähne Ursache von mannigfachen Augenleiden, von Katarrhen, Entzündungen und Sehstörungen wurden und daß jene Beschwerden schwanden, sobald die schlechten Zähne entfernt waren. Am gefährlichsten sind die Geschwüre an oberen Zähnen, wenn der Eiter keinen Abfluß hat; die Entzündung pflanzt sich dann mitunter auf die Augenhöhle fort und führt den Verlust des betreffenden Auges und in einigen wenigen Fällen selbst den Tod des Patienten herbei. Wie gesagt, derartige schlimme Wendungen sind in Anbetracht der großen Zahl von Menschen, welche schlechte Zähne haben, selten; aber kleine Störungen in der Gesundheit der Augen werden durch Zahnleiden öfters verursacht. Das ist auch ein Grund, der die Veranlassung geben sollte, der Pflege des Mundes und der Zähne eine größere Aufmerksamkeit zu schenken, als dies trotz aller Belehrung und Warnung bis jetzt der Fall ist. *