Zum Inhalt springen

Auf dem Anstand

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: K. B.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Auf dem Anstand
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 41, S. 692
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[677]

Auf dem Anstand.
Nach einem Gemälde von A. Müller-Grantzow.

[692] Auf dem Anstand. (Zu dem Bilde S. 677). Wir jagten Ende Oktober im Rehberger Walde, einem unmittelbar an der Grenze der norddeutsche Tiefebene sich erhebenden Bergrücken, von dessen Höhe man in die Hannoversche Ebene mit ihren grünen Wiesen, Heiden, Mooren und Sandländereien hineinblicken kann, so weit das Auge reicht oder der dünne, die Ferne verschleiernde Dust es erlaubt. Es war Abend geworden, die Strecke gemacht, der langbebartete Jagdherr hatte sein Rehbock-, Hasen- und Fuchstod in die Dämmerung hinausgeblasen und der Jagdzug setzte sich zur Heimkehr in das nahe Städtchen in Bewegung. Wir aber schritten noch durch die Felder auf die nahe moorige Wiese, um Enten zu schießen, die um diese Jahreszeit vom Steinhuder Meer über die Wiesen und Moore nach den Feldern, Gräben und Teichen zur Aesung streichen. In kurzer Zeit erreichten wir unser Ziel. Es war Sumpfboden. Wir sanken bis an die Knöchel ein und wo man den Fuß fortzog, sammelte sich das Wasser. Wir stellten uns in langer Reihe weit auseinander ohne Deckung hin, und bald war es so dunkel geworden, daß wir den nächsten Nachbar kaum noch sehen konnten.

Ich hatte vielleicht eine Viertelstunde gestanden, da stieg weit links von mir ein kurzer, raketenartig sprühender Feuerstrom schräg aufwärts – – bum! noch einer – bum! und jetzt hörte ich vor mir in der Luft ein leises Geschnatter, das rasch vernehmlicher wurde, dann hörte ich auch das pfeifende Fitfitfit! der Schwingenschläge von heranstreichenden Enten und sah links von mir, fast in einer Linie, aber hoch, dunkle Schatten hinziehen, die sich kaum vom lichten Himmel abhoben. Rasch den Kolben an die Wange – – bum! – – alles verschwunden – – dort sind die Schatten wieder – bum! – – wupp! – Es war was gefallen, auf dem Boden aufgeschlagen – ich hatte es gehört. Jetzt knallte es öfters in der Ferne. Aber vor mir fing es an, weiß zu werden. Vom See und den nassen Wiesen kam ein Nebelstreif herangezogen und machte der Jagd ein Ende. „Luska, such verloren!“ Meine Hündin lief in die Nacht hinein und es dauerte auch nicht lange, so kam sie zurück – die Ente im Fange. K. B.