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Auch ein Beitrag zum Hermann’s-Denkmal

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Dennoch
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Titel: Auch ein Beitrag zum Hermann’s-Denkmal
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 64
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1864
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[64]

Auch ein Beitrag zum Hermann’s-Denkmal.

Wie Alles schwieg von Deutschlands Ehre
Und stumm erlitt des Feindes Hohn,
Da trat das Volk mit voller Schwere
Heran zu seiner Fürsten Thron:

5
„Was duckt ihr vor den frechen Franken

Und wartet auf den bessern Tag?
Hier sind des deutschen Bären Pranken,
Hier ist des deutschen Bären Schlag.

Dort ist der Feind, nun gilt es Schlagen!“

10
Gesagt, gethan; es ging zur Schlacht,

Gebrochen ward nach blut’gen Tagen
Des nie Bezwung’nen Zaubermacht.

Man ging nach Haus, man lebte weise,
Man träumte ruhig weiter fort,

15
Die Jahre schwangen sich im Kreise;

Vergessen war das Heldenwort.

Als funfzig Jahre dann verflossen,
Da dachte man der alten Zeit;
Wie jubelten die Festgenossen

20
Und schwelgten in Vergangenheit!


Man sammelte zu einem Tempel
Zu Hermann’s, des Befreiers Ruhm,
Der ganzen Nachwelt zum Exempel,
Der Nation zum Ehrenthum.

25
Da schlich, die Sichern zu berücken,

Vom Norden her der Dänenwolf
Und marterte mit alten Tücken
Das deutsche Blut am Ostseegolf.

Und ihr? Ihr knirscht wohl in den Zügel,

30
An Waffen fehlt’s dem Volk zum Strauß;

Auf, schmeißt den Hermann in den Tiegel
Und gießet euch Kanonen d’raus!
 Dennoch.