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Anstachelung beim Zahnstochern

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Anstachelung beim Zahnstochern
Untertitel:
aus: Allerdings, S. 103
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1928
Verlag: Ernst Rowohlt Verlag
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
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Bearbeitungsstand
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[103]
ANSTACHELUNG BEIM ZAHNSTOCHERN


Ich biete euch Troglodyten die Spitze.
Heraus mit euch! Wer sich in Löcher
Verkrümelt, ist feig. Ich besitze
Der Pfeile genug in meinem Köcher.

5
Mit dem Pfeil, dem Bogen

Durch Gebirg und Tal
Kommt Odysseus gezogen
Und säubert den Augiasstall.

Nein, ich schieße euch freche

10
Brut nicht. Ich steche!


Ihr mach mich krank
Mit eurem Gestank.
Ihr freßt an mir, anstatt
Mich zu nähren. Ich bin noch nicht satt.

15
Heraus aus dem Loch!

Ich hülle in Spucke euch
Und schlucke euch –
Pieks-quieks – doch.

Oder schnipse euch aufs Geratewohl

20
In ein unbekanntes Hilfdirselber. –
[104]
Ach mein Backenzahn ist schrecklich hohl

Und wird täglich bröckliger und gelber.

Keine Hand vors Gesicht.
Komm, Zahnstöcherchen,

25
Piek die Peiniger

Aus den Löcherchen!
Schäme dich nicht,
Denn du bist ein kluger Reiniger.

Immer wacker gespießt!

30
Wenn auch mal Blut fließt.

Ich bin nicht bang.

Gesegnete Mahlzeit beim letzten Gang.